Ein solcher Lehrgang wurde in der Knesset seit langem vorgeschlagen, allerdings bisher nicht umgesetzt. Nun soll ein erstes Seminar am 6. Dezember stattfinden. Die Abgeordneten sollen dort die Grundregeln der Etikette erlernen und Ratschläge für ihre besondere Rolle als gewählte Volksvertreter erhalten.
Initiiert wurde das Seminar von Israels stellvertretendem Außenminister Danny Ajalon. Dieser sagte dazu laut der Tageszeitung "Yediot Aharonot": "In einigen Ländern erhalten die Kinder Benimm-Stunden an den Schulen und lernen, wie sie geduldig in einer Reihe warten, aber hier gibt es so etwas nicht."
Laut dem Bericht sollen die Abgeordneten in ihrer ersten Unterrichtsstunde lernen, richtig mit Messer und Gabel zu essen und dabei den Mund geschlossen zu halten. Sie sollen außerdem trainieren, schlechte Wörter in der Öffentlichkeit zu vermeiden, sich höflich auszudrücken und bei geschäftlichen Treffen nicht mit ihren Handys zu spielen.
Das Seminar soll Tami Lancut Leibovitz abhalten, sie gilt in Israel als Guru für Umgangsformen. "Yediot Aharonot" zufolge sagte sie im Blick auf die Knessetvertreter: "Sie können keine Serviette benutzen, sie rücken ihre Stühle nicht zurück an den Platz und wissen nichts über das richtige Benutzen des Bestecks, was die einfachste Sache ist."
Am schwierigsten wird es ihrer Ansicht nach, den Israelis das Spielen mit ihren Mobiltelefonen abzugewöhnen. "Nirgendwo auf der Welt habe ich je Menschen gesehen, die andauernd damit beschäftigt sind, mit ihrem Handy zu spielen oder Texte zu schreiben."