Tausende Palästinenser folgten schon am Donnerstagmorgen einer Prozession durch die Stadt und begleiteten den Transport des Leichnams vom Al-Schifa-Krankenhaus zu dem Haus der Familie Dscha‘abaris. Bewaffnete Hamas-Mitglieder folgten der Menge. Aus Angst vor einem weiteren israelischen Mordanschlag nahmen keine Führer der radikal-islamischen Gruppe an dem Umzug teil.
Eine zweite Prozession begann an der Omari-Moschee, in der Gedenkgottesdienste und Gebete für den Toten abgehalten wurden. Einige Hamas-Führer nutzten den Schutz der Menge und der Moschee, um zumindest an dieser Veranstaltung teilzunehmen. Das meldet die israelische Tageszeitung „Times of Israel“. Aus Sicherheitsgründen wurde Dscha‘abari nicht auf dem zentralen Friedhof in Gaza neben anderen Hamas-Führern, sondern auf einem kleineren Friedhof im Norden des Gazastreifens beigesetzt.
Der Hamas-Funktionär Ismail al-Aschkar nannte die Ermordung des Kommandeurs als Grund für neue Widerstände mit Selbstmordattentaten und Angriffen auf israelische Städte. „Der Widerstand kann für Israel großes Elend bedeuten“, zitiert ihn die Netzzeitung „Times of Israel“. Die Hamas-Regierung in Gaza nannte Dscha‘abari einen „großartigen Kommandeur und ein Symbol für den Widerstand“. Mit seinem Tod gehe der Konflikt mit Israel in eine neue Phase.
Während der Beerdigung äußerte sich Mascha‘al zum Tod des Hamas-Kommandeurs. „Ihr habt Dscha‘abari getötet und ihr könnt Mascha‘al und andere töten. Am Ende wird das aber unseren Weg nach Jerusalem ebnen. Unsere Anführer zu töten, macht uns nur noch stärker“, sagte er und bezeichnete den Toten als Helden einer ganzen Nation. „Er hatte eine wichtige Aufgabe beim Aufbau der Militärabteilung der Hamas. Er lebte wie ein Held und er starb wie ein Held.“ Mascha‘al, auf dessen Leben vor etwa 15 Jahren auch ein Anschlag verübt wurde, machte klar, dass seine Organisation den Weg des Dschihads und des Widerstandes weiter verfolgen werde. Das schreibt die israelische Tageszeitung „Yediot Aharonot“. Der Hamas-Führer rief weitere palästinensische Gruppen zur Unterstützung auf. Israel und andere Kräfte würden die Palästinenser nicht zurückhalten können. „Der israelische Feind ist schwach. Die Runden gegen Israel sind lang und der Krieg geht weiter“, manifestierte Mascha‘al in seiner Rede.
Dscha‘abari war „Generalstabschef“ der Hamas und galt als der mächtigste Mann im Gazastreifen. Am Mittwoch wurde er bei einem israelischen Raketenangriff in Gaza getötet (Israelnetz berichtete).