Behinderte Ministerin von unzugänglicher Klimakonferenz ausgeschlossen

Die israelische Energieministerin Elharrar will an der Weltklimakonferenz in Glasgow teilnehmen. Doch vor dem Gebäude sieht sie sich einem unüberwindbaren Hindernis gegenüber. Denn die Politikerin sitzt im Rollstuhl.
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Fand keinen Zugang zum Konferenzgebäude: Karine Elharrar, hier bei der Einweihung eines Solarfeldes in Israel

Foto: Karine Elharrar, Twitter

Fand keinen Zugang zum Konferenzgebäude: Karine Elharrar, hier bei der Einweihung eines Solarfeldes in Israel

GLASGOW (inn) – Die israelische Energieministerin Karine Elharrar (Jesch Atid) hat vergeblich versucht, zur Klimakonferenz zu gelangen. Die 44-jährige Rollstuhlfahrerin schaffte dies durch keinen der Eingänge. Nach zweistündigen vergeblichen Versuchen und Warten in der Kälte verließ sie die Konferenz. Das Konferenzgebäude im schottischen Glasgow, wo sich etwa 190 Staats- und Regierungschefs trafen, war nicht behindertengerecht ausgestattet.

Elharrar leidet an Muskeldystrophie, also einer erblich bedingten Muskelschwäche. Deshalb benutzt sie einen Rollstuhl. Sie wurde zu mehreren Eingängen gebracht. Doch die Sicherheitsleute ließen sie nicht durch, und sie konnte mit ihrem Rollstuhl nicht die vielen Stufen erklimmen. Sie wurde gebeten, einen Shuttle zu nehmen. Doch auch der war nicht behindertengerecht ausgestattet. Deshalb gab sie schließlich auf.

Premierminister Naftali Bennett (Jamina) rief Elharrar an und sagte, die Situation sei inakzeptabel. Er wollte dafür sorgen, dass sie am Dienstagmorgen mit seiner Wagenkolonne zur Konferenz fahren könne.

Von: Ulrich W. Sahm

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