Netanjahu wies eine Verbindung zwischen dem Siedlungsbau und dem Friedensprozess zurück. Er betonte, die Siedlungsaktivitäten seien nicht der Kern des Konfliktes, sondern eine seiner Folgen. Die Palästinenser und arabische Staaten hätten schon vor 1967, als es noch keine israelischen Siedlungen im Westjordanland gab, versucht, Israel zu vernichten. Das eigentliche Problem des Konfliktes sei die Weigerung der Palästinenser, Israel als jüdischen Staat anzuerkennen. Netanjahu versicherte, Israel sei zu schmerzhaften Zugeständnissen für einen Frieden bereit.
Der israelische Regierungschef forderte Ban dazu auf, die Palästinenser zur Fortsetzung der Friedensgespräche zu drängen. Ban versicherte, er werde weiter für den Frieden in der Region arbeiten. Der UN-Chef rief Israel dazu auf, konkrete Vorschläge zu den Themen Grenzen und Sicherheit vorzulegen. Außerdem sollte es gegenüber den Palästinensern "Gesten des guten Willens" erbringen, damit diese die Verhandlungen fortsetzten. Laut der Tageszeitung "Ha´aretz" habe Netanjahu angekündigt, er würde entsprechende Maßnahmen erwägen, wenn er sicher sein könnte, dass die Palästinenser eventuelle Verhandlungen nicht wieder nach mehreren Wochen verließen.
In Israel traf sich Ban außerdem mit Staatspräsident Schimon Peres und Außenminister Avigdor Lieberman.
Ban trifft Abbas
Nach den Gesprächen mit den Israelis reiste der UN-Chef nach Ramallah ins Westjordanland. Dort traf er den palästinensischen Präsidenten Mahmud Abbas. Auf einer Pressekonferenz nach der Zusammenkunft rief er Israelis und Palästinenser dazu auf, die Verhandlungen wieder aufzunehmen und Provokationen zu unterlassen. Israel warf er vor, mit dem Siedlungsbau Fakten zu schaffen. Abbas sagte unterdessen, er wisse noch nicht, ob die Gespräche zwischen den Konfliktparteien fortgesetzt würden. Er wolle in dieser Angelegenheit zunächst Vertreter der Arabischen Liga konsultieren.