Autonomiebehörde schickt keine Medizin mehr nach Gaza

Es fehlt im Gazastreifen an der medizinischen Grundversorgung. Die Autonomiebehörde habe die medizinischen Lieferungen seit drei Monaten eingestellt, berichtet die „Jerusalem Post“. Die Palästinenser widersprechen.
Ein Junge wird im Al-Awda-Krankenhaus in Gaza behandelt
Ein Junge wird im Al-Awda-Krankenhaus in Gaza behandelt

RAMALLAH / GAZA (inn) – Die Palästinensische Autonomiebehörde (PA) hat seit über drei Monaten keine Medizin oder medizinische Ausrüstung mehr in den Gazastreifen geschickt. Das berichtet die Tageszeitung „Jerusalem Post“. Das habe zu ernsthaften Engpässen in der medizinischen Versorgung geführt.

Laut der israelischen Vertretung der internationalen Organisation „Ärzte für Menschenrechte“ fehlt den Krankenhäusern im Gazastreifen mittlerweile ein Drittel der unentbehrlichen Medizin für die Grundversorgung. Außerdem mangele es an über 270 medizinischen Gerätschaften in den Operationssälen.

Das Gesundheitsministerium der PA ist verantwortlich für die Sendung von überlebenswichtigen Medikamenten und medizinischen Geräten in den Gazastreifen. Es gibt aber auch private Händler, die Nachschub für Gaza bestellen.

Politisches Druckmittel von Abbas?

Eine Quelle der „Jerusalem Post“, die nicht genannt werden will, vermutet hinter dem Lieferstopp eine gezielte Strategie des PA-Präsidenten Mahmud Abbas, der so die Hamas unter Druck setzen wolle: „Abbas will die Hamas auf diese Weise zum Einlenken zwingen.“

In den vergangenen Wochen hat Abbas einige Maßnahmen unternommen, um den Druck auf die Hamas zu erhöhen. Er hat beispielsweise die Gehälter von PA-Mitarbeitern im Gazastreifen gekürzt und Israel aufgefordert, die Stromversorgung für den Gazastreifen um 35 Prozent zu verringern.

Das Gesundheitsministerium der PA bestreitet ein Ausbleiben der medizinischen Lieferungen in den Gazastreifen: „Es hat keine Veränderung in der Belieferung gegeben“, sagte ein offizieller Vertreter, der namentlich nicht genannt werden will. Das Ministerium habe keine Lieferungen eingefroren. Auf der Webseite des Ministeriums datiert die letzte offizielle Verlautbarung einer medizinischen Lieferung auf den 27. Februar.

Von: mm

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