JERUSALEM (inn) – Der stellvertretende Sprecher der Knesset und Abgeordnete Mosche Solomon (Religiöser Zionismus) hat am Dienstag die Israelis dazu aufgerufen, sich von der „Denkweise der Spaltung“ freizumachen. Er betonte, dies sei die zentrale Botschaft des äthiopisch-jüdischen Festes Sigd, das am Mittwochabend beginnt.
„Ohne diese Kompromissbereitschaft, ohne einen umfassenden Blick auf die Bedürfnisse der Nation, riskieren wir den Ruin – und unsere Feinde wie Sinwar warten genau auf diesen Moment.“ Damit bezog er sich auf den im Oktober 2024 von Israel getöteten Hamas-Führer Jahja Sinwar, der als Drahtzieher des Massakers vom 7. Oktober 2023 gilt.
Solomon stammt aus Äthiopien und kam 1983 im Alter von acht Jahren nach Israel. Das Fest sei für ihn die „Brücke“ zwischen dem Kind, das er mal war und dem Abgeordneten, der er heute ist. In der altäthiopischen Sprache Ge’ez bedeutet Sigd „Niederwerfung, Anbetung“.
Gebete für Einheit in Israel
In Äthiopien seien Juden an diesem Fest auf einen Berg gestiegen, erklärt der Politiker im Gespräch mit israelischen Medien. Dabei wurde gefastet und es wurden Bußgebete gesprochen. Der Aufstieg sollte an die Gabe der Tora und an den Bundesschluss des Volkes Israel am Berg Sinai erinnern. Gegen Mittag sei man wieder vom Berg herabgestiegen und habe im Dorf das Fasten mit einem Festessen, dem „Mizva-Mahl“, beendet.
„An diesem Tag beten wir für die Einheit des Volkes.“ Dabei gelte die Korrektur der Gemeinschaft und nicht wie bei Jom Kippur dem Einzelnen.
Einheit und die Erinnerung an den gemeinsamen Bund sind Solomon zufolge die zentralen Werte des Sigd-Festes. Darin liege auch der Schlüssel zur Lösung aktueller Krisen. Deshalb richte er seine Botschaft an alle Israelis.
In diesem Jahr versprechen die Feierlichkeiten besonders emotional zu werden, ergänzte Solomon gegenüber der Zeitung „Ma’ariv“. Bei der Zeremonie werde eine 400 Jahre alte Torarolle verwendet. Sie symbolisiere Ewigkeit und Kontinuität: „Wir besitzen die Tora nicht, sondern sind nur ein Glied in einer langen Generationenfolge.“ Es sei eine gemeinschaftliche Aufgabe, die Heimat zu schützen.
Seit 2008 ist Sigd staatlicher Feiertag in Israel. Er wird 50 Tage nach dem Versöhnungstag Jom Kippur gefeiert. (mw)
14 Antworten
Danke für den Bericht und schön, etwas über das äthiopische Sigd-Fest zu erfahren.
Möge die EINHEIT Israels immer stärker werden.
Dennoch gibt es immer noch Israelis, welche die Juden Äthiopiens nicht als solche betrachten. Dabei hat in den Siebzigern Menachem Begin selber ehemaliger Chef der rechtsextremen Irgun und nachmaliger Premier den Mossad angewiesen mit den Worten: ,,Bringt mir die Juden Äthiopiens nach Hause.“
Soviel dazu………………………SHALOM
Klaus : Nicht nur für die aus äthiopien stammenden Juden hat es Probleme gegeben. Auch die aus der ehemaligen UdSSR Eingewanderten hatten teils mit Schwierigkeiten zu kämpfen, weil sie häufig aus Mischehen kamen. Ariel Sharon hat seinerzeit sehr pragmatisch erklärt : wer sich als Jude fühlt und in der israelischen Armee für Israel kämpft, ist für mich Jude. Die Falaschmurah engagieren sich in der Armee, im Gegensatz zu den Haredim. Suche den Fehler.
So ist es, Antonia, das gilt nach meinem Dafürhalten auch für die Nichtjuden, die ihr Leben für Israel riskieren, ob sie nun aus Mischehen stammen oder entfernte jüdische Wurzeln haben.
Ich zum Beispiel werde von meinen Leuten in Israel mit Zuneigung Beutejude genannt ,da ich bis zu meinem fünfzehnten Geburtstag nur Verdachtsmomente hatte, aber das möcht ich jetzt nicht nochmal aufwärmen.
Für mich ist jedenfalls jeder ein Jude, der sein Herz Israel gibt mit allen Konsequenzen.
SHALOM
War heute morgen auf dem Jüdischen Friedhof von Emden.
Und ua ob der Grösse und den ca. 800 Gräbern beeindruckt.
Schöne Föteli`s gefertigt, leider gibts bei den Evangelikalen aus Wetzlar keine Gelegenheit zum Einstellen.
@Sarah C.
Aloso mich interessieren Fotos von Gräbern gar nicht. Ich bin für das Leben!
@maria
Ich finde das interessant. Wußte auch gar nicht,das es in Emden einen jüdischen Friedhof gibt. Und Sarah C. wird diese Fötelis sicher nicht gemacht haben,um sie sich den ganzen Tag anzugucken. Und ich denke,wir sind alle für das Leben. Und ein Besuch auf dem Friedhof hat nichts mit nicht leben wollen zu tun. Aber kann sehr lehrreich sein. Und beeindruckend. Wenn ich mir auf dem Friedhof,wo mein Papa liegt den Bereich für die ,,Sternenkinder“ ansehe. Und wie liebevoll die Eltern diese Gräber pflegen. Das ist auch eine Art Trauerbewältigung. Und auf einem jüdischen Friedhof,das hat wieder eine ganz andere Dimension. Da spielt auch die Ermahnung an uns eine Rolle. Finde ich jedenfalls.
Maria, Erinnern ist essentieller Bestandteil jüdischer Kultur und Selbstverständnisses.
Es heißt nicht umsonst ,,ZACHOR“, erinnere dich !!
Shalom,
liebes Lexika K.,
ich möchte ergänzen: Die Jews haben zT „Israel“ gen Abessinien verlassen, da gabs noch kein Thora. Sie sehen völlig anders aus als die erste Alija-Welle aus Mittel&Osteuropa in die Heimat zurück Kommenden. Und wer hat (recht knapp) Sie als Juden anerkannt: Die Rabbiner-Sippe (;-) ), die nach ISR-Recht befugt ist zu entscheiden, wer Jud ist und wer nicht. Schon interessant.
Wer keinen Bock auf Googel hat, der schaut wg. TerroristenChef (sic) Menachim Begin bspw. in die Belletristik: Leon Uris, Exodus, berichtet erzählerisch vor irrtümlichen Anschlag auf das „King David – Hotel“ und Menachim Begins späteren Weg bis zum gewählten Chef des demokratischen Israels.
Hoffe, Vorgenanntes ist kein Dialog resp. mit RT dazu genommen Trilog. Sondern interessiert viel Leserinnen und Leser.
Hab Menachem Begin und die Operation
,,MOSES“ ,die Rettung von rund 35000 äthiopischen Juden von 1977 bis 1993 schon erwähnt. Gibt in GEO EPOCHE einen interessanten Betrag dazu.
SHALOM
Klaus, für mich nach der Staatsgründung die heroischste Tat.
Sarah C. : Gar dunkel ist der Rede Sinn…
Von Friedrich von Schiller mag ich mehr:
„Der seltene Mann will
seltenes Vertrauen.
Gebt ihm den Raum,
das Ziel wird er sich setzen“.
Was von beidem ist gar dunkel?:
Ad eins: Dich hat ich glatt unterschlagen bei der Aufzählung Interessierter.. Mithin:
Ein Polylop.
Oder ad zwei.: Stiess ihr das Evangelikale für evangelisch auf. Ich tat`s mit Herzen… .
Klär Sie mich auf ! 😉
Sarah,ICH habe das verstanden, aber alle anderen möglicherweise nicht.
Und seien Sie damit vorsichtig, unsere antisemitischen Freunde hier finden an dem Kommentar garantiert etwas zum Haken ansetzen.
SHALOM