Auch Flora und Fauna leidet unter Raketenbeschuss

KIRIJAT SCHMONAH (inn) – Nicht nur Menschen sind im Norden Israels von den Folgen des Raketenbeschusses betroffen, sondern die gesamte Pflanzen- und Tierwelt. Tausende verlassene Tiere streunen durch die Straßen, große Waldgebiete sind enorm geschädigt.

Mehr als 8.000 Haustiere wurden im Norden Israels von ihren Besitzern verlassen.
„Zahlreiche herrenlose Hunde streunen durch die Straßen Galiläas und viele Katzen wurden ohne Futter und Wasser zurückgelassen. Es gibt keine Rechtfertigung dafür, einen Hund auszusetzen. Dies ist ein sehr sensibles Wesen, das durch Verlassen nachteilig beeinflusst ist“, sagte der Tierarzt Gil Schavit gegenüber der Tageszeitung „Ha´aretz“. Viele Tiere seien hilflos, bekämen keine Nahrung und müssten sterben.

Das Kibbutz Gescher Hasiv in Westgaliläa nimmt herrenlose Hunde auf, heißt es in der „Ha´aretz“ weiter. Die Gemeinschaftssiedlung wird von Motti Sudai und seiner Frau Siona betrieben. „Wir können der Hunde wegen nicht weggehen“, sagen die Sudais. Viele Bewohner des Nordens hätten ihre Haustiere jedoch in den Kibbutz gebracht, bevor sie die Gegend verließen, andere hätten ihre Tiere einfach ausgesetzt.

Einige Tiere, die durch den Raketenbeschuss Verletzungen erlitten, wurden in Kliniken gebracht. Manche verweigerten das Futter und kröchen zitternd unter einen Stuhl oder einen Tisch, sagte Motti Sudai.

Waldschäden in großem Ausmaß

Der jüdische Nationalfonds in Israel schätzt, dass die Behebung der Waldschäden, die durch die Hisbollah-Raketen im Norden des Landes verursacht wurden, sich auf umgerechnet rund vier Millionen Euro belaufen.

„Die meisten Raketen landen auf offenem Gebiet in der nördlichen Region, das hauptsächlich bewaldet ist“, sagte Jishai Soker, der stellvertretende Direktor des jüdischen Nationalfonds im Norden Israels. Mehrere Teams rückten fortwährend mit Löschfahrzeugen aus, um die Feuer so schnell wie möglich zu löschen. Seit dem Ausbruch der Kämpfe an der israelisch-libanesischen Grenze gab es etwa 500 Brände. Bisher wurden mehr als 12 Quadratkilometer Waldfläche zerstört sowie schätzungsweise 25 Quadratkilometer Acker- und Weideland.

Der Schaden, der an den Grünflächen im Norden verursacht wurde, sei fürchterlich. Es werde etwa 50 bis 60 Jahre dauern, bis der Wald den Status erreicht habe, den er vor den Kämpfen hatte, schätzt Omri Boneh, der Direktor des jüdischen Nationalfonds im Norden.

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