Attentat: Grenzpolizistin und drei Angreifer erschossen

JERUSALEM (inn) – Bei einem Anschlag in Jerusalem ist am Mittwochnachmittag eine israelische Grenzpolizistin ums Leben gekommen. Die drei schwerbewaffneten Attentäter wurden erschossen. Offenbar hatten sie einen Angriff auf eine Gruppe Zivilisten geplant.
Wurde eine Woche nach ihrer Vereidigung ermordet: Grenzpolizistin Hadar Cohen

Foto: Israelische Polizei

Wurde eine Woche nach ihrer Vereidigung ermordet: Grenzpolizistin Hadar Cohen
Vor zwei Monaten erst wurde Hadar Cohen in eine Kampfeinheit der israelischen Grenzpolizei rekrutiert, vor einer Woche war ihre Vereidigung – nun ist die 19-Jährige von einem palästinensischen Attentäter erschossen worden. Bevor sie starb, rettete sie einer Kameradin das Leben. Cohen hatte mit ihrer Kollegin Dienst am Damaskustor zur Jerusalemer Altstadt, als zwei verdächtige Araber auftauchten. Die Polizistinnen forderten sie auf, sich auszuweisen. Einer zeigte seinen Personalausweis, der andere zog ein Messer und stach auf die Kollegin ein, die schwere Verletzungen erlitt. Daraufhin erschoss Cohen den Angreifer. Dessen Komplize eröffnete das Feuer und wurde von weiteren Grenzpolizisten getötet. Indes hatten die Beamten nicht bemerkt, dass sich ein dritter Attentäter am Damaskustor aufhielt. Er schoss auf die 19-jährige Polizistin und fügte ihr lebensgefährliche Verletzungen zu. Wenige Stunden später starb sie im Krankenhaus. Der dritte Angreifer wurde von einem Polizisten einer anderen Einheit erschossen, der die Schüsse gehört hatte und zu Hilfe geeilt war. Hadar Cohen stammte aus Or Jehuda. Sie hinterlässt ihre Eltern einen Bruder und eine Schwester. Eine Cousine sagte der Tageszeitung „Yediot Aharonot“, die Verstorbene habe immer davon geträumt, für den Grenzschutz zu arbeiten. „Sie hat ihre Kameradin gerettet und direkt das Gewehr gezogen. Wir trösten uns damit, dass sie als Heldin gestorben ist.“ Cohen habe angesichts ihres Berufes keine Angst gehabt.

Plan: Israelis am Tor auflauern

Der stellvertretende Jerusalemer Polizeichef Avschalom Peled sagte am Mittwoch gemäß dem Fernsehsender „Kanal 2“: „Dies ist eine Eskalation dessen, was wir bislang gesehen haben. Die Polizeibeamten haben einen kombinierten und viel größeren Angriff verhindert.“ Die drei Palästinenser hätten offenbar am Tor warten wollen, bis eine große Gruppe Israelis die Altstadt betrete oder verlasse, um sie dann anzugreifen. Dies sei aus der Bewaffnung zu schließen, hieß es weiter. Die Attentäter hatten auch Sprengsätze bei sich. Ob sie die Waffen durch die Kontrollen gebracht oder in Jerusalem versteckt hatten, ist noch unklar. Die drei Terroristen stammten aus Kabatija bei Dschenin. Nach Angaben der palästinensischen Nachrichtenagentur „Ma‘an“ handelt es sich um Ahmad Radsche Ismail Sakarneh, Muhammad Ahmad Hilmi Kamil und Nadscheh Ibrahim Abu al-Rub. Laut „Kanal 2“ hatte einer von ihnen auf Facebook gelobt, einen Schussangriff zu verüben. Damit habe er den Tod eines Palästinensers rächen wollen, der im November versucht hatte, einen Grenzposten im nördlichen Westjordanland anzugreifen. Alle drei stammten aus Familien, die der Fatah nahestünden. Am Mittwochabend diskutierten ranghohe Vertreter der Sicherheitskräfte im Büro von Regierungschef Benjamin Netanjahu über die neue Entwicklung. An dem Treffen beteiligten sich unter anderen Verteidigungsminister Mosche Ja‘alon, Generalstabschef Gadi Eisenkot und der Minister für innere Sicherheit Gilad Erdan. Sie beschlossen unter anderem die Abriegelung von Kabatija und Festnahmen in Samaria. (eh)

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