Aschkenasi in Nordamerika

WASHINGTON / OTTAWA (inn) - Erstmals in 60 Jahren verlieren die USA ihren Rückhalt in Nahost. Diese Ansicht äußerte der scheidende israelische Generalstabschef Gabi Aschkenasi am Mittwoch bei seinem Abschiedsbesuch in Washington.

Der Iran und die Türkei schlössen sich zusammen, um eine neue Agenda in der Region zu schaffen, sagte Aschkenasi laut einem Bericht der Zeitung “Jediot Aharonot”. Syrien indes verstärke seine Aktivitäten in der radikalen Achse. Der Chef der israelischen Verteidigungsstreitkräfte traf auch mit seinem Amtskollegen Michael Mullen zusammen. Dieser warnte vor einem atomar bewaffneten Iran: “Ich denke, dass der Iran auf dem Weg ist, eine Atommacht zu werden, und dies eine Katastrophe für die Region wäre, die dadurch unglaublich destabilisiert würde.” Gerade liege der Fokus auf Dialog und Sanktionen. “Wir haben hier alle sehr deutlich gemacht, dass alle Optionen auf dem Tisch bleiben, auch militärische.”

Mullen meinte, die Sanktionen hätten einen viel schnelleren Effekt als erwartet. Aschkenasi zeigte sich skeptischer. Es sei nicht klar, ob sie ausreichten. “Auf jeden Fall begrüßen wir die amerikanischen Bemühungen.”

Zuvor hatte der israelische Generalstabschef bei einem Besuch in Kanada vor einer Machtübernahme der Hisbollah im Libanon gewarnt. Bei seinen Treffen mit hochrangigen Vertretern von Regierung und Armee verlieh er seiner Sorge darüber Ausdruck, dass die schiitische Miliz einen Putsch unternehmen könnte, wenn der Internationale Gerichtshof zur Aufklärung des Mordes an dem früheren libanesischen Regierungschefs Rafik Hariri seine Ergebnisse veröffentlicht. Diese deuten auf die Beteiligung hochrangiger Hisbollah-Mitglieder an dem Attentat hin. In diesem Zusammenhang verwies Aschkenasi auch auf den negativen Einfluss des Iran auf Staaten in der Region, besonders dessen Unterstützung von Hamas und Hisbollah, heißt es in einer Mitteilung der israelischen Armee.

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