Armee geht gegen Hamas-Einrichtungen vor

NABLUS (inn) - Die israelische Armee hat am Dienstag mehrere zivile und soziale Einrichtungen der radikal-islamischen Hamas im Westjordanland geschlossen. Dadurch soll unter anderem verhindert werden, dass die Organisation an Macht in der Region gewinnt.

Wie die Tageszeitung “Ha´aretz” berichtet, schloss die Armee in Nablus ein Einkaufszentrum mit mehr als 70 Geschäften. Laut Einwohnern der Stadt habe der Vorstandsvorsitzende des Zentrums, Adli Jaisch, Verbindungen zur Hamas. Er ist auch der Bürgermeister von Nablus und ist seit 2006 in Israel inhaftiert. Dem Bericht zufolge schlossen die Soldaten fünf weitere Einrichtungen in der Gegend, darunter sind auch zwei Gebäude von Hilfsorganisationen.

Bereits am Montag hatte die Armee in Nablus eine Schule, einen Sportclub, den Hauptsitz der “Organisation Solidarität” sowie eine Klinik geschlossen. Computer, Dokumente, Möbel und Bargeld  wurden konfisziert. Augenzeugen zufolge durchsuchten die Soldaten auch das Ministerium für Religion der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA).

Laut “Ha´aretz” hatten Verteidigungsminister Ehud Barak und Premierminister Ehud Olmert in Zusammenarbeit mit dem Inlandsgeheimdienst Schin Beit einen Plan geprüft und genehmigt, nach dem zivile und soziale Einrichtungen der Hamas geschlossen werden sollten. Dadurch soll verhindert werden, dass die Hamas an Popularität gewinnt und ihren Einfluss im Westjordanland ausbaut.

Die Hamas habe ein System aus verschiedenen Organisationen aufgebaut, welches als Basis für einen Staat dienen könne. Sie habe das Wissen, die Gelder und qualifizierte Fachkräfte – mehr als die Fatah, teilte ein Armeesprecher gegenüber “Ha´aretz” mit. Die palästinensische Öffentlichkeit bevorzuge die Hamas, da sie weniger korrupt sei und effizienter arbeite als die Fatah, heißt es weiter. Die radikale Gruppe übernehme immer mehr die Kontrolle über Institute für Bildung, Gesundheit und Religion. Für ihre Arbeit erhalte sie enorme Spenden aus dem Ausland, unter anderem aus dem Iran, Syrien, dem Libanon, Ägypten, mehreren Golf-Staaten, Großbritannien, den USA und Kanada. Allein im vergangenen Jahr habe die Hamas schätzungsweise 120 Millionen Dollar erhalten. Israelischen Angaben zufolge werden mit dem Geld auch terroristische Aktivitäten finanziert.

Wie der Armeesprecher weiter mitteilte, werde jedoch kein “Krieg” gegen die Hamas geführt. Vielmehr sollten durch die Einsätze “moderate Elemente wie die Autonomiebehörde gestärkt werden”.

Um gegen die Finanzierung der Hamas aus dem Ausland vorzugehen, hat Verteidigungsminister Barak kürzlich 36 internationale Organisationen in Israel verbieten lassen. Ihnen wird vorgeworfen, unter dem Deckmantel der Gemeinnützigkeit Gelder für die Hamas zu sammeln. Zu den betroffenen Einrichtungen gehören unter anderem der “Weltkongress für Islamische Jugend” in Saudi-Arabien, die in Großbritannien ansässige “Interpal”, die “Holy Land Foundation” in den USA sowie der in Deutschland bereits verbotene “Al-Aksa-Verein”. Die Organisationen gehören der “Union of Good” an. Diese bildet eine Art Dachverband für Hamas-nahe Vereine auf der ganzen Welt.

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