Argentiniens Außenminister zu Besuch in Israel

JERUSALEM (inn) - Israels Außenminister Avigdor Lieberman hat sich am Montag mit seinem argentinischen Amtskollegen Héctor Timerman in Jerusalem getroffen. Die Politiker unterzeichneten zwei Abkommen zur engeren Zusammenarbeit zwischen beiden Staaten. Der Besuch war von einem Zeitungsbericht im Vorfeld überschattet worden, laut dem Argentinien angeboten haben soll, die Untersuchungen zu zwei Bombenattentaten in Buenos Aires für bessere Handelsbeziehungen zum Iran einzustellen.

Argentiniens Regierung hatte sich bisher geweigert, zu dem Bericht Stellung zu nehmen. Das Thema wurde nun auf einer Pressekonferenz mit Timerman und Lieberman angesprochen. Der argentinische Außenminister antwortete ausweichend auf die Frage, ob der Bericht wahr sei. Er betonte jedoch, sein Land habe alles Mögliche getan und werde auch weiterhin alles tun, um die Verantwortlichen für die Anschläge zu finden und vor Gericht zu stellen. Argentinien wolle keine Rache, aber Gerechtigkeit und diese könne es nur durch Untersuchungen geben. Er wies zudem darauf hin, dass sein Land problemlos mit dem Iran Handel treiben könne. "Was sollten wir also für das Fallenlassen der Untersuchungen bekommen? Welchen wirtschaftlichen Nutzen hätten wir davon? Sie sehen jetzt, warum ich mich weigere, diese Art von Fragen zu beantworten."

Lieberman bezeichnete das Treffen mit seinem südamerikanischen Kollegen als "sehr positiv". Er sagte: "Wir haben die Missverständnisse geklärt, die wir in der Presse gesehen haben".

Timerman, der selbst Jude ist, will sich am heutigen Dienstag mit Israels Premierminister Benjamin Netanjahu treffen. Es ist sein erster Besuch in Israel als Außenminister.

Bei einem Anschlag in Buenos Aires auf die israelische Botschaft im Jahr 1992 waren 29 Menschen getötet worden. Zwei Jahre später kamen bei einem Terroranschlag auf ein jüdisches Gemeindezentrum 85 Menschen ums Leben, mehr als 200 wurden verletzt. Argentinische, israelische und US-amerikanische Vertreter waren nach dem Anschlag zu der Überzeugung gelangt, dass der Iran die Tat geplant und die schiitische Hisbollah-Miliz sie ausgeführt habe.

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