Argentinien erinnert an Anschlag auf israelische Botschaft

Im Jahr 1992 starben 29 Menschen beim Anschlag auf die israelische Botschaft in Buenos Aires. Erstmals hat sich jetzt die argentinische Regierung am Gedenken beteiligt. Die Zeremonie fand an einem besonderen Ort statt.
Die argentinische Vize-Präsidentin Gabriela Michetti hält im Menschenrechtszentrum in Buenos Aires die Gedenkrede

Foto: Gabriela Michetti, Twitter

Die argentinische Vize-Präsidentin Gabriela Michetti hält im Menschenrechtszentrum in Buenos Aires die Gedenkrede

BUENOS AIRES (inn) – Zum ersten Mal hat sich die argentinische Regierung beim Gedenken an den Terroranschlag auf die israelische Botschaft in Buenos Aires des Jahres 1992 beteiligt. Wie die Online-Zeitung „Times of Israel“ berichtet, war neben Überlebenden und Angehörigen der Terror-Opfer die argentinische Vize-Präsidentin Gabriela Michetti anwesend.

Die Gedenkzeremonie fand vergangenen Freitag im argentinischen Menschenrechtszentrum statt. Am 17. März 1992 hatten Terroristen die israelische Botschaft in Buenos Aires zerstört. Ein Selbstmordattentäter war mit einem Pick-up-Truck, der voller Sprengstoff war, in die Botschaft gerast. Dabei starben 29 Menschen, 242 weitere Menschen wurden verletzt. „Wir haben uns entschieden, an diesem Ort zu gedenken, um zu unterstreichen, wie wichtig dieser Vorfall der Regierung hinsichtlich ihrer Menschenrechtsagenda ist“, sagte die argentinische Vize-Präsidentin Michetti in ihrer Rede.

Ein besonderer Ort des Gedenkens

Das Menschenrechtszentrum ist im Nationalen Archiv der Erinnerung beheimatet. Dort befindet sich auch das Büro des Menschenrechtsministeriums. Die letzte argentinische Militärdiktatur, die von 1976 bis 1983 an der Macht war, benutzte das Gebäude für die Folterung und Ermordung von politischen Aktivisten, die gegen das Regime aufbegehrten. Heute steht das Museum allen Menschen offen, die sich über diese Verbrechen und allgemein Verbrechen gegen die Menschenrechte informieren wollen.

„Es gibt einen Paradigmenwechsel im argentinischen Staat“, sagte der argentinische Menschenrechtsminister Claudio Avruj: „Der Angriff ist uns passiert, Juden und Nichtjuden, Israelis und Nicht-Israelis. Deswegen sind wir heute an diesem Ort zusammengekommen, denn was passiert ist, geht uns alle an.“

Hintermänner nie gefasst

Der israelische Botschafter für Argentinien, Ilán Sztulman, sagte, das Gedenken zeige klar, dass der damalige Angriff die gesamte argentinische Gesellschaft getroffen habe: „26 Jahre nach diesem tragischen Datum sind die Menschen der Welt wieder bewegt, weil die Täter nicht für ihre Schuld bezahlt haben.“ Der Iran exportiere durch die Hisbollah bis heute den Terror weltweit. Argentinien beschuldigte zwar den Iran für den Anschlag 1992, Täter oder Hintermänner wurden aber nie verhaftet.

Eine Fotoausstellung, die den Titel „Solidarität bedeutet Erinnerung“ trägt, erinnert für zwei Wochen an den Anschlag. Danach sollen einige der Fotos in die Dauerausstellung des Menschenrechtszentrums übergehen.

Von: mm

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