Der israelische Fernsehsender „Kanal 2“ hat am Freitag über den Online-Auftritt der „Olim LeBerlin“-Gruppe berichtet. Diese wirbt mit einem ins Hebräische übersetzten Einkaufsbon von einem Berliner Supermarkt für eine Auswanderung nach Deutschland (Israelnetz berichtete). Aufgrund der zahlreichen Online-Reaktionen appellieren die Initiatoren nun in der Presse an die deutsche Bundeskanzlerin.
„Ich habe um 25.000 befristete Arbeitsvisa mit einer bis zu dreijährigen Aufenthaltsgenehmigung in Übereinstimmung mit den deutschen Gesetzesbestimmungen gebeten“, erklärt einer der israelischen Initiatoren der Migrations-Kampagne gegenüber „Kanal 2“ am Freitag. Des Weiteren fordert er die deutschen Wirtschaftswissenschaftler heraus, einen Plan zu entwerfen, wie Israel sein Wohnungswesen und seine Lebensmittelmärkte effizienter gestalten kann. Dabei sollten sie sich an der Lage und dem Haushaltsplan der deutschen Nation orientieren, die aufgrund ihrer niedrigen Lebensmittelkosten etwas richtig zu machen scheine. Inbrünstig verspricht der Berliner seinen israelischen Facebook-Freunden: „Ich arbeite unermüdlich daran und lasse nichts unversucht, um euch die Auswanderung nach Deutschland zu ermöglichen.“
Weitere Kampagnen sollen folgen
Zudem äußern die Initiatoren der Berliner-Kampagne die Hoffnung, dass ihrer Internetseite weitere folgen werden. Sie wünschen sich mehr solcher Aufforderungen auf Facebook und in anderen Medien, die Israelis gleichermaßen ermutigen, ihr Heimatland zu verlassen und in andere Länder auszuwandern. Ihr Aufruf zur Migration und ihre Klage über die hohen Lebenshaltungskosten in Israel sollen zur Veränderung der bestehenden Verhältnisse beitragen.
Doron Cohen, der ehemalige Generaldirektor des israelischen Finanzministeriums, hat diese und ähnliche Kampagnen als „moralischen Tiefpunkt“ zurückgewiesen. Sinngemäß äußerte er gegenüber dem Wirtschaftsmagazin „Globes“, es gebe hier noch mehr zu tun, als Israel zu verlassen oder gar zu verunglimpfen.