Arafat tritt erste Reise nach mehr als fünf Monaten Hausarrest an

RAMALLAH (inn) – Palästinenserführer Yasser Arafat hat am Montag erstmals seit Aufhebung seines Hausarrests vor fast zwei Wochen Ramallah verlassen, um mehrere palästinensische Städte zu besuchen – in einem jordanischen Hubschrauber erreichte er Bethlehem, sein erstes Ziel.

Dort wurde er am Montagmorgen von einer Musikkapelle, jubelnden Palästinensern sowie moslemischen und christlichen Geistlichen begrüßt. Arafat besuchte zunächst die Geburtskirche. Dort hatten sich wochenlang rund 200 teils bewaffnete Palästinenser mit Zivilisten und Geistlichen als Geiseln verschanzt.

Anschließend besuchte Arafat die Städte Shechem (Nablus) und Jenin. Einen geplanten Aufenthalt im sogenannten „Flüchtlingslager“ Jenin hatte er kurzfristig abgesagt. Palästinensische Sicherheitsbeamte befürchteten, daß die Dorfbewohner den Palästinenserführer zu sehr bedrängen könnten.

Am Sonntag hatte der PLO-Chef in einem Interview mit dem amerikanischen Nachrichtensender CNN erklärt, daß es einige „internationale Mächte gibt“, die Selbstmordattentate unterstützen. Allerdings wollte er keine Staaten benennen. Auf die Frage, ob es sich um Iran und Irak handle, gab der Palästinenserführer keine Antwort.

In dem Interview sagte Arafat zudem, daß er alles tun werde, um den Terrorismus zu bekämpfen. Das sei seine „Politik von Anfang an“ gewesen.

Arafat stand seit Dezember vergangenen Jahres unter Hausarrest. Die israelische Armee hatte sein Hauptquartier (Mukata) in Ramallah umstellt. In der Mukata hatte der PLO-Chef sechs Terroristen, darunter den Mördern von Israels Tourismusminister Rehavam Ze´evi, Schutz gewährt.

Als Bedingung für ein Ende der Belagerung hatte Israel die Auslieferung der Terroristen gefordert, sie sollten vor ein israelisches Gericht gestellt werden. Ende April hatte Israels Premierminister Ariel Sharon einem Vorschlag der USA zugestimmt, der eine Aufhebung des Hausarrests vorsah. Demnach wurden die sechs Palästinenser in ein Gefängnis nach Jericho gebracht. Dort werden sie von unbewaffneten Amerikanern und Briten bewacht.

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