Arabische Partei verurteilt Besuch saudischer Delegation in Israel

Eine Delegation aus Saudi-Arabien mit einem General im Ruhestand hat sich in Israel mit Parlamentariern getroffen. Dieser Besuch gilt als Besonderheit, weil die beiden Länder offiziell keine diplomatischen Beziehungen pflegen. Die arabische „Hadasch“-Partei verurteilte das Zusammenkommen.
Saudi-Arabiens König Salman im Jahr 2013, als er noch Verteidungsminister war: Eine Delegation mit einem ihm nahe stehenden ehemaligen General besuchte vergangene Woche Israel
JERUSALEM (inn) – Eine saudische Delegation, angeführt von dem ehemaligen General Anwar Eschki, besuchte am Freitag Israel. Sie bestand aus Geschäftsleuten und Akademikern. Der besondere Besuch möchte unter anderem für die Arabische Friedensinitiative von 2002 werben. Israel könnte die Beziehungen mit den arabischen Nachbarn nur normalisieren, wenn es seinen Konflikt mit den Palästinensern löse, hieß es laut der Tageszeitung „Jerusalem Post“ von der Delegation. Die israelische Parlamentarierin Xenia Sventlova von der „Zionistischen Union“ sagte: „Ohne jegliche Fortschritte im diplomatischen Prozess mit den Palästinensern wird es keine Fortschritte mit Saudi-Arabien und anderen arabischen Ländern geben.“ Bei dem Treffen waren auch die Knesset-Mitglieder Omer Bar-Lev (Zionistische Union), Michal Rozin (Meretz) und Esawi Frej (Meretz) anwesend. Parlamentarierin Svetlova betonte die Bedeutung des Treffens mit dem General im Ruhestand, Eschki, da dieser enge Beziehungen pflege zu dem saudischen König Salman Ibn Abd al-Asis und dessen Sohn Mohammed. Zudem leite er die Denkfabrik „Nahostzentrums für strategische und rechtliche Studien“, die Pläne für eine Brücke zwischen Saudi-Arabien und Ägypten vorbereitet.

„Hadasch“: Treffen legitimiert „Verweigerungsstrategie“ von Israel

Eschki traf sich zudem separat mit dem Generaldirektor des Außenministeriums, Dore Gold, und dem Koordinator für Regierungstätigkeiten für die Autonomiegebiete, Generalmajor Joav Mordechai. Die Delegation besuchte auch Ramallah und traf sich mit dem palästinensischen Präsidenten Mahmud Abbas. Die arabische „Hadasch“-Partei, die zur „Vereinigten Liste“ gehört, ihre Erklärung aber im Alleingang veröffentlichte, verurteilte den saudischen Besuch in Israel. In der offiziellen Äußerung hieß es laut dem Nachrichtenportal „Arutz Scheva“, das Treffen legitimiere die „Verweigerungsstrategie“ in Bezug auf Verhandlungen mit der Palästinensischen Autonomiebehörde. Es führe zur „Beseitigung der Zwei-Staaten-Lösung und des Rechts des palästinensischen Volks auf Selbstbestimmung“. In der Erklärung heißt es weiter: „Der Besuch ist Teil der Normalisierung der Zusammenarbeit zwischen Saudi-Arabien und Israel gegen den Iran, Syrien und Widerstandsbewegungen in der Region.“ Zudem forderte die Partei einen Boykott des jüdischen Staates. (mab)

Bitte beachten Sie unsere Kommentar-Richtlinien

Schreiben Sie einen Kommentar

Israelnetz-App installieren
und nichts mehr verpassen

So geht's:

1.  Auf „Teilen“ tippen
2. „Zum Home-Bildschirm“ wählen