Arabische Initiative fordert Respekt vor jüdischer Pessach-Tradition

JERUSALEM (inn) - Arabische Abgeordnete in Israel haben ihre Landsleute dazu aufgerufen, während des derzeitigen Pessach-Festes kein gesäuertes Brot an den Hauptkreuzungen und großen öffentlichen Plätzen des Landes zu verkaufen. So soll verhindert werden, dass sich die jüdische Bevölkerung verletzt fühlt, wenn sie während der derzeitigen Ferien durch das Land reist und entsprechend der jüdischen Tradition auf Gesäuertes verzichtet.

Angeführt wird die Initiative vom stellvertretenden Knessetsprecher Raleb Madschadele von der Arbeitspartei. "Damit die Juden unsere Feiertage respektieren, müssen wir wissen, wie wir ihre Traditionen und Feiertage respektieren", sagte Madschadele laut der Tageszeitung "Jediot Aharonot". Er fügte hinzu: "Ich bitte die religiösen Führer, sich dem Aufruf anzuschließen, um zu verhindern, dass die Gefühle der jüdischen Öffentlichkeit verletzt werden, solange dieser Schritt auf Gegenseitigkeit beruht."

Die arabischen Abgeordneten forderten die jüdische Öffentlichkeit dazu auf, im Gegenzug die Gepflogenheiten an muslimischen Feiertagen zu respektieren, beispielsweise während des Fastenmonats Ramadan.

Ibrahim Sarsur von der Vereinigten Arabischen Liste kündigte an, er werde sich dafür einsetzen, dass die Idee in den arabischen Medien verbreitet wird. Unter anderem will er dafür in Zeitungen und im Radio werben. "Ziel ist es, nichts Gesäuertes an öffentlichen Plätzen zu verkaufen, an denen die Mehrheit der Öffentlichkeit jüdisch ist", so der Araber. "So, wie wir erwarten, dass andere uns respektieren, müssen wir um jeden Preis andere respektieren."

Die israelische Armee verfolgt seit Jahren eine ähnliche Politik. Sie weist ihre im Westjordanland stationierten Soldaten während des Ramadan regelmäßig an, möglichst nicht an öffentlichen Plätzen zu essen und zu trinken.

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