Antiisraelische Versammlung bei Hadsch

MEKKA (inn) - Zahlreiche muslimische Pilger haben am Sonntag nahe Mekka die USA und Israel angeprangert. Zuvor hatten offizielle saudische Vertreter alle Teilnehmer der Pilgerfahrt (Hadsch) aufgefordert, auf nicht-religiöse Parolen zu verzichten.

Pilger sollten ausschließlich Slogans äußern, die zum Islam gehörten, sagte der saudische Großmufti Abdul Asis al-Scheich vor Beginn der Hadsch. Saudi-Arabien werde keine Demonstrationen gegen die USA dulden. Im Jahr 1987 hatte es bei einer ähnlichen Kundgebung Zusammenstöße zwischen saudischen Sicherheitskräfte und Pilgern gegeben. 402 Wallfahrer wurden damals getötet, die meisten waren Iraner. Trotz der Warnungen wurde die diesjährige Versammlung offenbar genehmigt, weil sie in Zelten stattfand. Dies berichtet die Tageszeitung “Ha´aretz”.

Der iranische Geistliche Mohammad Tabadkani sagte, die Kundgebung sei eine Antwort auf die Brutalität und Unterdrückung durch die USA im Irak und die israelische Politik gegen die Pilger. “Die Zeremonie zur Verwerfung der Heiden gründet sich auf Koranverse. Die Versammlung hier richtet sich nicht gegen ein bestimmtes Land, sondern gegen die Politik bestimmter Regierungen, die die Muslime dominieren oder ungerecht behandeln wollen.” Mehrere Tausend Wallfahrer nahmen an der gegen die USA und Israel gerichteten Kundgebung teil.

Großmufti warnt vor Extremismus und Terror

Am Sonntag waren rund drei Millionen Pilger in weißen Gewändern zum Berg Arafat vor den Toren von Mekka gekommen, um Allah um die Vergebung ihrer Sünden zu bitten. Der Großmufti nutzte die Gelegenheit der Bitte um Vergebung zu einem Appell an die Muslime. Er warnte davor, dass Extremismus zu Terrorismus führen könne. Hingegen sollten die Gläubigen das “helle Gesicht des Islam” zeigen und Lehren verbreiten, die zu Vergebung, Frieden und Liebe aufriefen.

Der Berg Arafat befindet sich etwa 15 Kilometer von Mekka entfernt. Er ist auch als “Berg der Gnade” bekannt. Nach der Überlieferung soll der Islam-Gründer Mohammed dort im Jahr 632 drei Monate vor seinem Tode zum letzten Mal gepredigt haben. Muslime glauben, dass ihm dabei der letzte Abschnitt des Koran offenbart wurde.

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