Anti-israelische Weihnachtslieder in britischem Gottesdienst

LONDON (inn) - Der israelische Botschafter in England, Ron Prosor, hat die anglikanische Kirche stark kritisiert. Diese hatte einer anti-israelischen Gruppierung gestattet, in London einen Gottesdienst abzuhalten.

Die Gruppierung hatte traditionelle Weihnachtslieder umgeschrieben und den Text mit anti-israelischen Parolen versehen, berichtet die Tageszeitung “Jediot Aharonot”. Die Mitglieder der Gruppe waren größtenteils Palästinenser und Juden, die zu einem Boykott israelischer Produkte aufrufen.

Wie die britische Tageszeitung “The Times” berichtet, habe sich einer der Aktivisten “freiwillig dazu bereit erklärt”, die Weihnachtslieder in neue Worte zu fassen. So wurde das Lied “Einst in König Davids Stadt” umgedichtet zu “Einst in König Davids Stadt stand eine große ‘Apartheidsmauer'”. Auch der Text des Liedes “Twelve Days of Christmas” (Die zwölf Tage von Weihnachten) wurde verändert zu “Zwölf Attentate, elf zerstörte Häuser, zehn Schächte versperrt, neun Wachtürme für Heckenschützen, […]”

“Antisemitische Verleumdungen”

Nachdem bekannt geworden war, dass dieser Gottesdienst in der “Wren Church of St. James” stattfinden darf, bat Prosor die anglikanische Kirche, solch einen Gottesdienst zu verbieten. “Ich plane eine offensive Kampagne gegen die Entscheidung der Kirche, diese Veranstaltung stattfinden zu lassen. Diese Weihnachtslieder ähneln antisemitischen Verleumdungen.” Er als Repräsentant des israelischen Staates fühle sich dazu verpflichtet, solche “Phänomene” zu bekämpfen.

Auch der frühere Erzbischof von Canterbury, Lord Carey of Clifton, sprach sich gegen diesen Gottesdienst aus. In einer Lesung im “London Jewish Cultural Centre” sagte er, dass Antisemitismus und Judenfeindlichkeit teilweise noch immer in christlichen Kreisen “herumschleichen”. Der Pfarrer der St. James-Kirche sagte daraufhin, er werde darüber nachdenken, ob er solche Gottesdienste ein weiteres Mal in seiner Kirche stattfinden lasse, nachdem Dutzende von Beschwerden bei ihm eingereicht worden seien. “Es war erschreckend zu sehen, dass eine Kirche zulässt, dass eine ihrer schönsten Traditionen mit Hass gefüllt wird”, so Prosor.

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