Anschlag in Hebron: Suche nach Täter geht weiter

HEBRON / JERUSALEM / GAZA (inn) – Nach dem Mordanschlag am Montag bei Hebron suchen die Behörden weiterhin nach dem Täter. Der israelische Premier Benjamin Netanjahu führte die Tat auf palästinensische Hetze zurück. Die Terrorvereinigung Hamas kündigte weitere Anschläge an.
Nach dem tödlichen Anschlag suchen die Behörden in der Umgebung von Hebron weiterhin nach dem Täter.

Inzwischen gaben die Behörden die Identität des Opfers bekannt. Es handelt sich um den Kriminalhauptkommissar Baruch Misrahi. Der 1967 in Tel Aviv geborene Familienvater war am Montag mit seiner Frau und fünf Kindern im Auto auf dem Weg zu einem Seder-Mahl in der israelischen Siedlung Kirijat Arba. Der Täter schoss nach ersten Ermittlungen wahllos auf Fahrzeuge. Dabei traf er auch das vorbeifahrende Auto der Misrahis. Er tötete Baruch Misrahi und verwundete dessen schwangere Frau Hadas sowie den neunjährigen Sohn.
Die Ermittler gehen von einem Einzeltäter aus. Die Suche nach ihm dauert an, berichtet die israelische Tageszeitung „Jerusalem Post“. Die Armee hat Straßensperren in der Umgebung errichtet, um verdächtige Personen ausmachen zu können.
Gegenüber der israelischen Tageszeitung „Yediot Aharonot“ schilderte Hadas Misrahi den Anschlag. „Wir durchquerten den Tarkumia-Checkpoint und einen Verkehrskreis. Dann sah Baruch einen Terroristen. Er sagte mir ‚sie schießen, sie schießen. Da ist ein Terrorist‘. Er drückte das Gas durch. Ich fühlte einen Schmerz in meinem Rücken. Ich sagte den Kindern, sie sollen sich abschnallen und sich ducken. Dann ergriff ich das Lenkrad und zog die Handbremse. Ich nahm ein Tuch, um das Blut wegzuwischen. Ich sah, dass Baruch tot war. Als die Soldaten kamen, bat ich sie, meine Wunden zu versorgen und die Kinder in ein geschütztes Fahrzeug zu bringen, so dass sie nicht ihren Vater tot daliegen sehen.“

Appell an Netanjahu

Nach ihrer Entlassung aus dem Krankenhaus am Dienstagnachmittag erzählte sie ihren Kindern vom Tod des Vaters. Gegenüber „Yediot Aharonot“ sagte sie: „Ich werde um der Kinder willen stark sein. Das hätte Baruch so gewollt. Wir können dankbar sein für das Wunder, dass meine Kinder und ich noch leben. Wir werden stark sein und so Gott will, werden meine Kinder heranwachsen und Erfolg haben. Das wird mein Sieg gegen die Terroristen sein.“
Die Witwe forderte den israelischen Premier Netanjahu auf, die Freilassung palästinensischer Terroristen zu überdenken. „Terroristen sehen, dass sie uns ermorden können und freikommen, ohne ihre verdiente Bestrafung. Es gibt keinen Grund, Terroristen freizulassen, während immer mehr Familien getötet werden. Das ist nicht die Lösung.“

Netanjahu: Palästinenser hetzen

Netanjahu führte unterdessen den Mord auf Hetze zurück. Für diese sei die Palästinensische Autonomiebehörde (PA) verantwortlich. „Die PA fährt damit fort, in offiziellen Sendern Programme auszustrahlen, die gegen die Existenz des Staates Israel hetzen.“ Eine Verurteilung seitens der PA stehe noch aus, betonte Netanjahu laut einer Mitteilung seines Büros vom Dienstag.
Am Mittwoch äußerte erstmals ein PA-Vertreter öffentlich Kritik an dem Attentat. Der Religionsminister im Westjordanland, Mahmud al-Habbasch, ließ verlauten: „Ich verurteile jeden Mord an einem Menschen, ich empfinde den Schmerz der Familie mit.“ Der Mord an dem Israeli sei schmerzhaft und Gewalt absolut verboten. Nun hoffe er, dass auch Israel das Töten von Palästinensern verurteile.
Die Terrorvereinigung Hamas pries unterdessen den Mordanschlag. Dieser habe dem Widerstand gegen Israel neues Leben eingehaucht, erklärte der Premierminister im Gazastreifen, Ismael Hanije. Der Hamas-Politiker kündigte weitere Anschläge im Westjordanland an. „Das Westjordanland wird in Zukunft der Ort des Kampfes mit dem Feind sein“, sagte er laut der Online-Zeitung „Times of Israel“.

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