Anschlag auf US-Konvoi: vier Verdächtige auf freiem Fuß

GAZA (inn) – Im Zusammenhang mit einem Anschlag auf einen US-Konvoi im Gazastreifen hat die Palästinensische Autonomiebehörde (PA) am Sonntag vier verdächtige Palästinenser freigelassen. Zu dem Attentat mit drei Todesopfern im Oktober hatte sich keine Terrorgruppe bekannt.

Wie die Tageszeitung “Jediot Aharonot” unter Berufung auf palästinensische Quellen berichtet, gehören die vier Palästinenser dem “Volkswiderstandskomitee” an. Im vergangenen Monat waren sie beschuldigt worden, Kampfmittel und Sprengstoff zu besitzen. Allerdings habe sich herausgestellt, dass sie diese gegen israelische Panzer einsetzen wollten. Die Ermittlungen seien durch die Freilassung nicht beendet, hieß es aus palästinensischen Kreisen. Vor kurzem seien weitere Tatverdächtige festgenommen worden.

Nach palästinensischen Angaben ist einer von ihnen für seine Kollaboration mit Israel bekannt. “Wir untersuchen, ob er durch den israelischen Geheimdienst aktiviert worden ist”, sagte ein Sprecher.

Vertreter in den USA sagten nach der Freilassung dem aktuellen Dienst der “Jediot Aharonot”: “Die Ermittlungen müssen intensiv fortgesetzt werden. Wir sind daran interessiert, dass die Verantwortlichen festgenommen, vor Gericht gestellt und bestraft werden.” Die PA warf den Amerikanern vor, in dieser Angelegenheit eine politische Hetze gegen sie zu betreiben.

Von Anfang an hatten die Vereinigten Staaten das Vorgehen der PA kritisiert. “Wir würden uns wünschen, dass sie schneller nach den Tatverdächtigen suchen”, so der US-Botschafter in Israel, Dan Kurtzer. Die PA hatte erst mit den Ermittlungen begonnen, nachdem die USA angekündigt hatten, für Hinweise eine Belohnung von fünf Millionen Dollar auszusetzen.

Bisher habe es nur Verdächtige gegeben, keine Angeklagten, bemängelte Kurtzer. “Das muss ein öffentlicher Prozess sein, der einem Kriminalprozess angemessen ist, und nicht hinter verschlossenen Türen stattfindet.”

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