Analyse: Palästinenser haben “Initfada” verloren – Kommt ein Machtkampf?

BEIT EL (inn) – Der seit 22 Monaten anhaltende Aufstand der Palästinenser hat einen kritischen Punkt erreicht – sie wissen, daß sie verloren haben. Jetzt geht es den Politikern in der Autonomiebehörde nur noch um Machterhalt, heißt es in der Analyse eines Nahostexperten.

Die Akteure haben unterschiedliche Strategien, um dieses Ziel zu erreichen. Radio “Arutz Sheva” mit Sitz in Beit El (Benjamin-Region, Samaria) zitiert den Nahost-Experten Yuval Ochana: “Ihre Voraussage, daß Israel (unter dem Druck der Intifada) einknicken würde, hat sich als falsch erwiesen. Deswegen beginnt jetzt der Kampf um die Strukturen für die Zeit nach der Intifada.”

Dabei stehen sich, laut Ochana, innerhalb der Autonomiebehörde zwei Gruppen gegenüber. Auf der einen Seite seien dies die “Tunesier”, die mit Yasser Arafat im nordafrikanischen Exil gelebt haben und erst 1994 in die Autonomiegebiete eingereist sind. Dazu zählen Ahmed Qurei (Abu Ala), Mahmoud Abbas (Abu Mazen) und Saeb Erekat. “Sie wollen einfach nur (politisch) überleben”, so Ochana. Es gehe ihnen ferner darum, ihr öffentliches Bild als gemäßigte Politiker zu erneuern. Auf der anderen Seite wollten sie jedoch den Rückhalt in der Bevölkerung nicht verlieren und tolerierten darum ein gewisses Maß an Terrorismus.

Die zweite Gruppe wolle hingegen weitreichende Reformen. Dazu zählt Ochana die frühere Sprecherin der PLO, Hanan Ashrawi, sowie Mohammed Dahlan und Jibril Rajoub. Mit Einschränkung gehöre auch der von Israel inhaftierte Tanzim-Führer Marwan Barghouti in diese Kategorie. “Sie halten das neue Kabinett von Arafat für illegal, die gesamte Autonomiebehörde für korrupt und unfähig und möchten am liebsten die ganze unfähige Führung rauswerfen”, sagte der Experte.

Zwar hätten auch die Reformer in Teilen von Korruption profitiert, doch nicht in dem Maße wie die “Algerier” um Abu Ala, “die aus jedem nach Gaza eingeführten Sack Zement Geld gemacht haben – und sogar aus den Schuluniformen”, sagte Ochana.

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