Ahmadinedschad lobt Hisbollah für „Sieg über Zionisten“

TEHERAN (inn) - Der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad hat der Hisbollah-Miliz zum "erfolgreichen" Krieg gegen Israel vor einem Jahr gratuliert. "Der wunderbare Sieg des libanesischen Volkes gegen die zionistischen Besatzer ist ein Ergebnis von Glaube, Einheit und Widerstand", heißt es laut der iranischen Nachrichtenagentur IRNA auf einer Grußkarte.

Wie die Tageszeitung „Ha´aretz“ unter Berufung auf eine liberalere iranische Nachrichtenagentur berichtet, schrieb Ahmadinedschad weiter: „Der Imam Mahdi trägt die Flagge von Menschlichkeit, Unterstützung und Führung für die Gläubigen.“ Der Mahdi ist nach schiitischer Lehre eine messianische Gestalt, die in der Endzeit erwartet wird. Der iranische Präsident bezeichnete Hisbollah-Führer Scheich Hassan Nasrallah als einen „Soldaten des Mahdi“.

Der iranische Autor Meir Dschavedanvar sagte gegenüber „Ha´aretz“, vermutlich sei es kein Zufall, dass die staatliche Agentur IRNA diesen Aspekt weggelassen habe. Viele hätten das Gefühl, „dass Ahmadinedschads zahlreiche öffentliche Äußerungen über den Messias seinem Regime schaden und im Westen die Vorstellung schaffen, sie dürften beim nuklearen Thema keine Kompromisse eingehen“. Dschavedanvar ist Ko-Autor des Buches: „Nukleare Sphinx von Teheran: Mahmud Ahmadinedschad und der Staat Iran“.

Der Zweite Libanonkrieg war am 12. Juli 2006 ausgebrochen, nachdem die Hisbollah bei einem Überfall auf einen israelischen Militärposten die Soldaten Ehud Goldwasser und Eldad Regev entführt hatte. Am 14. August endeten die Kampfhandlungen.

Hintergrund „Mahdi“

Nach dem Glauben schiitischer Muslime hatten die Imame eine besondere göttliche Berufung und dadurch auch eine einzigartige Begabung, die Gläubigen zu führen. Im Jahr 931 nach der Zeitrechnung verschwand der zwölfte und letzte Imam, Mohammed al-Mahdi, spurlos. Seitdem fehlt der schiitischen Glaubensgemeinschaft die direkte göttliche Leitung durch einen Imam – und seitdem erwarten Schiiten die Rückkehr des „Mahdi“. Wenn dieser zwölfte Imam erscheint, so die schiitische Lehre, werden alle Übel dieser Welt behoben, und göttliche Gerechtigkeit wird eingerichtet. Die gesamte Menschheit wird die Wahrheit des schiitischen Islam anerkennen und sich ihr unterwerfen. Bis zur Offenbarung des verborgenen Imams fungieren hohe schiitische Geistliche als seine Vertreter und regeln religiöse und rechtliche Fragen der schiitischen Gemeinschaft.

Mehr zu Ahmadinedschads Ideologie lesen Sie hier.

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