Ältestes Brot der Welt in Jordanien gefunden

Süß und salzig zugleich schmecken die Knollenüberreste des ältesten Brots der Welt. Die Forscher datieren das Alter ihres Fundes im Nordosten Jordaniens auf mehr als 14.000 Jahre.
In der jordanischen Wüste haben die Ausgrabungen des ältesten Brots der Welt stattgefundenwurde ... ausgegraben

Foto: Gemeinfrei

In der jordanischen Wüste haben die Ausgrabungen des ältesten Brots der Welt stattgefundenwurde … ausgegraben

AMMAN (inn) – Archäologen haben die verbrannten Überreste von Brot entdeckt, das vor 14.400 Jahren hergestellt wurde. Das war 4.000 Jahre vor Aufkommen der Landwirtschaft. Der Fundort befindet sich laut des amerikanischen Nachrichtensenders CNN in der schwarzen Wüste Jordaniens, die im Nordosten des Landes liegt.

Die Überreste sind der älteste direkte Beleg für die Herstellung von Brot. Die 24 brotartigen Entdeckungen wurden in zwei Feuerstellen der Kultur der Natufien gefunden, die unter dem Namen „Shubayqa 1“ bekannt ist.

Könnte landwirtschaftliche Revolution ausgelöst haben

„Die Präsenz von Hunderten verkohlten Essensüberresten in den Feuerstellen von Shubayqa 1 ist ein außergewöhnlicher Fund“, sagte die Wissenschaftlerin der Kopenhagener Universität, Amaia Arranz Otaegui. Sie ist eine der Mitautorinnen, die den wissenschaftlichen Aufsatz über die Entdeckung geschrieben hat. Jetzt sei bekannt, dass brotähnliche Produkte lange Zeit vor der Entwicklung der Landwirtschaft hergestellt wurden. Diese Art von Produktion könne sogar die landwirtschaftliche Revolution in der Jungsteinzeit mit ausgelöst haben.

Otaegui probierte auch die Knollen: „Sie haben ein wenig süß und ein bisschen salzig geschmeckt und hatten eine grobkörnige Struktur. Aber das könnte auch daran gelegen haben, dass wir sie nicht gut genug gesäubert haben.“ Bislang gab es die ältesten Funde aus der späten Jungsteinzeit bei Ausgrabungen in der Türkei und den Niederlanden. Die Funde in der Türkei datieren 9.100 Jahre zurück.

Brot als Luxusgut

Die Jäger und Sammler aus der Kultur der Natufien sind von besonderem Interesse der Wissenschaftler, weil sie in einer Übergangsphase lebten, als die Menschen sesshaft wurden und ihre Ernährung umstellten. Nach den Forschungsergebnissen von Otaegui und ihren Kollegen war die getreidebasierte Ernährung in dieser Zeit schwer zu bekommen.

„Sie könnten diese Form von Nahrung als Luxusessen betrachtet haben, das nur eingeladenen Gästen vorbehalten war und den gesellschaftlichen Status der Gastgeber unterstrich“, sagte Otaegui. Sie hofft, das antike Brotrezept mit modernen Küchenchefs nachzubacken: „Brot ist solch ein wichtiges Grundnahrungsmittel. Aber es besitzt auch einen wichtigen Platz in der gegenwärtigen Kultur mit Verbindungen zur Religion und elementaren Zeremonien.“

Von: mm

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