Ältester hebräischer Hinweis auf Jerusalem entdeckt

Archäologen haben eine althebräische Inschrift vorgestellt, die das Wort Jerusalem enthält. Es ist das älteste bekannte derartige Dokument außerhalb der Bibel. Eine israelische Ministerin deutet den Fund als Widerspruch zur jüngsten UNESCO-Resolution.
Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on whatsapp
Share on email
Israels Premier Benjamin Netanjahu präsentierte das Fragment bei der Eröffnung der Adelson-Unternehmerschule in Herzlija

Foto: Büro des israelischen Premierministers, Facebook

Israels Premier Benjamin Netanjahu präsentierte das Fragment bei der Eröffnung der Adelson-Unternehmerschule in Herzlija

JERUSALEM (inn) – Eine antike Weinlieferung nach Jerusalem bringt Licht ins Dunkel: Archäologen haben am Mittwoch ein Papyrusfragment aus der Zeit des Ersten Tempels vorgestellt. Es ist das älteste bekannte Dokument in hebräischer Sprache, in dem die israelische Hauptstadt erwähnt wird.
Vor vier Jahren gelangte das Fragment bei einer verdeckten Operation in die Hände der Israelischen Altertumsbehörde (IAA), als Diebe das Fundstück an einen Händler veräußern wollten. Mit Hilfe der Radiokarbonmethode und durch den Vergleich der Schrift mit anderen Funden konnten die Archäologen den Papyrus ins 7. vorchristliche Jahrhundert datieren. Damit ist er um mehrere Jahrhunderte älter als die berühmten Schriftrollen vom Toten Meer, wie die Onlinezeitung „Times of Israel“ anmerkt.
Das Fragment misst 11 mal 2,5 Zentimeter und enthält zwei Zeilen in althebräischer Schrift. Der vollständige, von Wissenschaftlern ergänzte Text lautet: „Von der Dienerin des Königs, von Naarata, zwei Weinschläuche nach Jerusalem“. Naarata liegt in der Nähe von Jericho. Die Stadt wird unter dem Namen „Naara“ in Josua 16,7 erwähnt – dort geht es um das Stammesgebiet für Ephraim.

Bedeutung Jerusalems betont

Der Archäologe Eitan Klein sagte am Mittwoch vor Journalisten in Jerusalem: „Das Dokument, das vor uns liegt, stellt ein äußerst seltenes Zeugnis für die Existenz einer geordneten Verwaltung im Reich Juda dar. Das Dokument hebt die zentrale Bedeutung Jerusalems als wirtschaftliche Hauptstadt des Königreiches in der zweiten Hälfte des 7. Jahrhunderts vor der Zeitrechnung hervor.“ Ob die Weinlieferung für den König Manasse, für Amon oder Josia bestimmt war, könnten die Forscher nicht mit Bestimmtheit sagen. Die drei waren in dem betreffenden Zeitabschnitt nacheinander die Macht im Südreich Juda.
Der Gelehrte Schmuel Ahituv teilte mit, die Formulierung deute darauf hin, dass der Wein von einer berühmten Frau in die Hauptstadt gesandt worden sei. Bezeichnend sei aus seiner Sicht, dass der Name „Jerusalem“ als „Jeruschalem“ auftauche. Diese Variante sei in der Bibel viel häufiger als die moderne Version „Jeruschalajim“, mit einem zusätzlichen „Jod“, die nur viermal vorkomme.
Auch der Leiter der Abteilung für die Verhinderung von Antiquitätendiebstahl bei der IAA, Amir Ganor, sprach auf der Pressekonferenz. Der Papyrus stamme aus einer Höhle in Nahal Hever in der Wüste Juda. An dem trockenen, kühlen Ort nahe des Toten Meeres habe sich das Fragment über die Jahrtausende erhalten. Ganor ergänzte, 14 Mitglieder des Plündererringes aus der Gegend von Hebron seien verhaftet und zu 18 Jahren Haft verurteilt worden.

Regev: Lügenpropaganda der UNESCO verhindern

Die israelische Kulturministerin Miri Regev sagte laut Mitteilung der Altertumsbehörde: „Die Entdeckung des Papyrus, auf dem der Name unserer Hauptstadt Jerusalem weht, ist ein weiteres konkretes Zeugnis dafür, dass Jerusalem die ewige Hauptstadt des jüdischen Volkes war und bleiben wird. Es ist unsere Pflicht, uns mit dem Antiquitätenraub in der Wüste Juda zu befassen.“
Die Likud-Politikerin ergänzte, nicht weniger wichtig sei es, den geistigen Diebstahl durch Lügenpropaganda zu verhindern, „wie er gerade heute wieder bei der UNESCO geschieht“. Damit nahm Regev Bezug auf die Resolution, welche die Kulturorganisation am Mittwoch verabschiedete. „Der Tempelberg, das innerste Herz Jerusalems und Israels, wird der heiligste Ort für das jüdische Volk bleiben, auch wenn die UNESCO noch zehnmal die lügenhafte und unglückliche Resolution bestätigt.“ (eh)Neues Archäologiezentrum in Israel (inn)
Auf den Spuren König Davids (inn)
Siegel mit Namen von König Hiskia entdeckt (inn)

Schreiben Sie einen Kommentar

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Bitte beachten Sie unsere Kommentar-Richtlinien

Offline, Inhalt evtl. nicht aktuell

Israelnetz-App installieren
und nichts mehr verpassen

So geht's:

1.  Auf „Teilen“ tippen
2. „Zum Home-Bildschirm“ wählen