Gomaa beschuldigt die „zionistischen Strömungen“, den Atheismus und die Homosexualität in seinem Land maßgeblich zu fördern. Diese Kritik äußerte er gegenüber dem evangelisch-arabischen Fernsehsender „Al-Hajat“ in einem Interview im September. Am Sonntag erschien das Interview beim amerikanischen Medienbeobachtungsinstitut MEMRI.
Gomaa behauptet darin, die „zionistischen Kräfte“ untergrüben die regionale Stabilität und spalteten die ägyptische Gesellschaft in Lager auf. Die „zionistischen Kräfte“ unterstützten atheistische und homosexuelle Bewegungen finanziell und anderweitig. Gomaa erklärte: „Wir müssen dem Atheismus, Nihilismus, der Homosexualität und dem moralisch verwerflichen Verhalten so begegnen, wie wir dem Extremismus und Terrorismus begegnen.“
Scharfes Vorgehen gegen Homosexuelle
Homosexualität ist in Ägypten nicht ausdrücklich verboten. Immer wieder werden jedoch homosexuelle Ägypter festgenommen und wegen Verdachts auf Erregung öffentlichen Ärgernisses hin verurteilt. Erst am Samstag hat ein ägyptisches Gericht acht Männer zu einer dreijährigen Gefängnisstrafe verurteilt. Anklagegrund sei ihre „sexuelle Ausschweifung“, meldet die Onlinezeitung „Times of Israel“, die sich durch den Besuch einer angeblich gleichgeschlechtlichen Hochzeitsfeier auf einem Boot auf dem Nil zeige. Im September hat die Menschenrechtsorganisation „Human Rights Watch“ erklärt, dass in Ägypten wiederholt homosexuelle Männer verhaftet und misshandelt wurden, weil sie unter dem Verdacht standen, ihre Homosexualität ausgelebt zu haben.