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Ägyptische Grenze: Israelischer Jugendlicher stirbt durch Schüsse

Ein 15-jähriger Israeli wird an der ägyptischen Grenze erschossen. Einen terroristischen Hintergrund schließen die Behörden aus. Offenbar handelt es sich um ein Missverständnis.
Die Arbeiter besserten den israelisch-ägyptischen Grenzzaun aus, als der Polizist das Feuer eröffnete (Archivbild)

BE‘ER SCHEVA (inn) – Ein tödlicher Zwischenfall hat sich am Dienstagmittag beim Sicherheitszaun an der israelisch-ägpytischen Grenze ereignet. Ersten Ermittlungen zufolge eröffneten ägyptische Grenzpolizisten offenbar versehentlich das Feuer auf eine Gruppe israelischer Arbeiter, die den Zaun ausbesserten. Ein 15-jähriger Beduine wurde getroffen und erlag auf dem Weg ins Krankenhaus seinen Verletzungen. Die Armeen beider Staaten untersuchen den Vorfall, berichtet die Tageszeitung „Ha‘aretz“.
Die Arbeiter waren im Auftrag des israelischen Verteidigungsministeriums am Werk. Sie befanden sich in einer Enklave auf der ägyptischen Seite des Grenzzaunes. Offenbar hielten Grenzpolizisten sie für Schmuggler. Sie hätten die Israelis aufgefordert, auf die andere Seite zurückzukehren. In ägyptischen Quellen war von einem Schusswechsel mit Drogenschmugglern die Rede.
Die Arbeiter leisteten der Aufforderung nach eigenen Angaben Folge. „Als sie zurückgingen, feuerte einer der Beamten eine Salve ab“, sagte der Vorarbeiter Nur Nimr auf einer Pressekonferenz vor dem Soroka-Krankenhaus in der Wüstenhauptstadt Be‘er Scheva. Der 15-jährige Nimr Bassem Abu Amar sei von einer Kugel getroffen worden, „die in den Magen eintrat und am Rücken austrat“.
Ein Hubschrauber der israelischen Luftwaffe brachte den Jungen in das Krankenhaus. Dort konnten die Ärzte jedoch nur noch seinen Tod feststellen. Der Jugendliche stammt aus der Beduinenstadt Lakija bei Be‘er Scheva. Alle Arbeiter, die am Grenzzaun eingesetzt wurden, sind miteinander verwandt. Sie wurden von einem Familienmitglied angeworben.

Vater: Armee ließ Arbeiter im Stich

Der Vater beschuldigte das Verteidigungsministerium, keine angemessenen Sicherheitsvorkehrungen für die Arbeiter getroffen zu haben. „Die Soldaten gingen fort und kamen erst zurück, als sie Salven von Schüssen hörten“, sagte er laut der Tageszeitung „Yediot Aharonot“. „Selbst da haben sie nicht reagiert.“
Viel mehr Menschen hätten sterben können, fügte der Vater hinzu. „Wo ist der Premierminister? Wo ist der Verteidigungsminister? Es ist ganz einfach: Die Armee hat diejenigen, die dort arbeiteten, im Stich gelassen.“ Hingegen mache er den Arbeitern, die seinen Sohn mitgenommen hatten, keine Vorwürfe.
Der Knessetabgeordnete Omer Bar-Lev (Zionistische Union) kritisierte die Regierung: „Es ist schockierend, dass das Verteidigungsministerium Kinder anstellt. Das Verteidigungsministerium ist viel zu groß, als dass es versuchen sollte, sich hinter dem privaten Unternehmer zu verstecken, der 15-Jährige beschäftigt.“ Der Oppositionspolitiker kündigte an, das Thema zum Anfang der Wintersitzungsperiode kommende Woche ins Komitee für Auswärtiges und Verteidigung einzubringen.
Der Sicherheitszaun besteht aus Stahl, Elektrik und Stacheldraht. Er soll Drogenhändler, Terroristen und illegale Einwanderer davon abhalten, von Ägypten nach Israel einzudringen. (eh)Trotz Sicherheitszaun: 200 Afrikaner nach Israel geflüchtet (inn)
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