Ganz offen ist die Grenze nicht. Bislang dürfen nur Palästinenser mit speziellen Genehmigungen nach Ägypten ausreisen. Zu ihnen gehören Kranke, Studenten und Bürger, die vom ägyptischen Sicherheitsdienst die Erlaubnis erhalten haben. Humanitäre Hilfe darf in den Gazastreifen gebracht werden, Baumaterial hingegen nicht. Das berichtet die Tageszeitung „Ha´aretz“.
Bereits am Montag hatte ein Vertreter des ägyptischen Sicherheitsdienstes die Öffnung des Überganges angekündigt und die Blockade als einen Fehler bezeichnet. Die Abriegelung habe ihre Ziele nicht erreicht, zu denen unter anderem die Freilassung des entführten israelischen Soldaten Gilad Schalit gehört. Zudem hätten weder israelische Luftangriffe noch ägyptische Bemühungen den Schmuggel durch Tunnel zwischen dem Gazastreifen und Ägypten unterbinden können. Es müsse nun eine neue Strategie gefunden werden, um das Leiden der Palästinenser zu beenden, während zugleich weiter Druck auf die Hamas ausgeübt werde, so der nicht namentlich genannte Vertreter laut der Tageszeitung „Jerusalem Post“.
Israel und Ägypten hatten das Palästinensergebiet abgeriegelt, nachdem die Hamas 2007 die Kontrolle dort übernommen hatte. Ägypten hatte seitdem den Rafah-Grenzübergang nur sporadisch für einige Tage geöffnet. Nun ist die Grenze seit der israelischen Erstürmung der internationalen „Hilfsflotte“ für den Gazastreifen am 31. Mai offen.
Seitdem haben mehr als 5.000 Palästinenser die Grenze überquert. Zudem wurden mehrere Tonnen Hilfsgüter von Ägypten in das Palästinensergebiet gebracht. Einer Delegation ägyptischer Oppositionsmitglieder mit einer Ladung Baumaterial wurde die Einreise in den Gazastreifen jedoch verwehrt.