Demnach fallen in Israel jedes Jahr rund 520 Milliarden Kubikmeter Abwasser an. Etwa 375 Milliarden davon werden aufbereitet und wieder verwendet. In den vergangenen Jahren wurden noch etwa 70 Prozent des Frischwassers für die Landwirtschaft benutzt, derzeit liegt diese Zahl bei 40 Prozent.
Hinter den Bemühungen um eine wirkungsvolle Abwassernutzung steht vor allem der Jüdische Nationalfonds (JNF). Dieser begann Anfang der 1990er Jahre mit dem Bau von zahlreichen Abwasseraufbereitungsanlagen im Land. Avri Kadmon, Leiter der Abteilung für Entwicklung beim JNF, zeigte sich mit dem Ergebnis der Anstrengungen zufrieden: „Keiner nutzt sein Wasser so effizient, wie wir das tun“. An zweiter Stelle bei der Abwasseraufbereitung steht laut dem Bericht Spanien – dort werden 17 Prozent des Abwassers recycelt und wieder verwendet.
Von der Abwassernutzung profitieren vor allem die israelischen Landwirte. Als diese ihre Felder noch mit Frischwasser bewässerten, wurde ihnen bei Wassermangel im Land immer wieder das Wasser gekürzt. Die Bauern konnten dann nicht langfristig pflanzen, sondern mussten auf ihren Feldern einjährige Feldfrüchte wie Getreide oder Mais anbauen, erklärt Kadmon weiter. „Wenn sie Abwasser aus einem Reservoir erhalten, dann kennen sie die Menge und die Qualität des Wassers, dieses Wasser ist sicher. Diese Sicherheit bedeutet, dass sie langfristig anbauen können. Die Bauern können ihr Einkommen aus dem selben Feld verdoppeln oder verdreifachen“.