Abiturhilfen nach Falschaussage zum Terrormassaker aus dem Verkehr gezogen

Ein jüdischer Verband und Staatspräsident Macron kritisieren Lehrmaterial für französische Abiturienten. Denn es enthält Falschaussagen zum Massaker am 7. Oktober.
Von Israelnetz

PARIS (inn) – Nach Kritik hat ein französischer Verlag am Montag drei Bücher für die Abiturvorbereitung zurückgezogen. Darin wurde unter anderem behauptet, am 7. Oktober 2023 seien „1.200 jüdische Siedler“ getötet worden.

Das Lehrmaterial ist im Hachette-Verlag erschienen. Es ist nicht für den Unterricht bestimmt, sondern für die außerschulische Vorbereitung auf das Abitur gedacht.

In der Abiturhilfe heißt es: „Im Oktober 2023, nach dem Tod von mehr als 1.200 jüdischen Siedlern bei einer Serie von Angriffen der Hamas, beschließt Israel, seine wirtschaftliche Blockade zu verstärken und in einen großen Teil des Gazastreifens einzufallen. Damit verursacht es eine humanitäre Krise großen Ausmaßes in der Region.“

Kritik vom jüdischen Dachverband

Der „Conseil représentatif des institutions juives de France“ (Repräsentativer Rat der Jüdischen Institutionen Frankreichs, CRIF) reagierte entsetzt. Der Großteil der bei dem Massaker Ermordeten seien israelische Bürger gewesen, die in den international anerkannten Grenzen des Staates Israel lebten, merkte er an.

CRIF-Präsident Yonatan Arfi schrieb am Mittwoch auf X: „Diese Erzählung stellt eine Verfälschung der Geschichte dar und ist eine inakzeptable Form der Legitimation des Terrors der Hamas, die als Terrorgruppe einzustufen diese Veröffentlichung versäumt.“ Rechtfertigung des Terrors vom 7. Oktober habe in Lehrmaterialien keinen Platz. Es sei ein schwerwiegender Vorfall, weil die Bücher von Gymnasiasten genutzt würden, „die nicht immer den nötigen kritischen Geist haben, um sich zu distanzieren“.

Geschäftsführer ordnet interne Untersuchung an

Zuvor hatte sich der Geschäftsführer der Hachette-Gruppe, Arnaud Lagardère, an Arfi gewandt. Laut „Radio France“ bat er um Entschuldigung für die Veröffentlichung des Lehrmaterials. Er ordnete eine interne Untersuchung an und sprach von einem „Inhalt, der nicht hätte veröffentlicht werden dürfen“.

Auch Staatspräsident Emmanuel Macron (Renaissance) kritisierte den Vorfall: „Ein Lehrbuch zum Üben, das Fakten falsch darstellt: das ist unerträglich. Wie jeder Relativismus zu den terroristischen und antisemitischen Angriffe der Hamas vom 7. Oktober. Revisionismus hat in der Republik keinen Platz. Ich habe die Regierung angewiesen, Maßnahmen zu ergreifen.“

Die Bücher „Objectif bac terminal“ indes werden nicht mehr zum Verkauf angeboten. Der Herausgeber will alle Bibliotheken und Geschäfte kontaktieren, die sie im Angebot haben. Die noch nicht ausgelieferten Exemplare werden eingestampft. Die Bücher sollen erst nach einer sorgfältigen Revision wieder auf den Markt kommen. (eh)

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9 Kommentare

  1. Die Feinde Israels lassen keine „Möglichkeit“ aus, Unwahrheiten zu verbreiten.

    Lieber Gruß Martin

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  2. Nichts Neues ! Als unsere Nichte vor ein paar Jahren ihr „Bac“ machte, waren schon sehr parteiische Texte im Umlauf . Dass sich ausgerechnet Macron darüber aufregt, ist ein Witz. Bei uns um die Ecke ist ein Buchladen, der in Kinderbüchern (!!!!) offen antisemiti äh, natürlich antizionistisches Gedankengut verbreitet. Auf Bildern, die die Kinder ausmalen sollen, sind Gesichter, die kein antisemitisches Klischee auslassen. Der Laden fungiert übrigens als „feministisch“.

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        1. @Antonia, ist doch gut, dass sich Macron darüber aufregt – wenn dem wirklich so ist. Man sollte ihn auf die Kinderbücher aufmerksam machen. Dann kann er beweisen, dass er es ernst meint

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  3. Warum wurde es vor Druck nicht überprüft?
    Was das Massaker bedeutete, ist so manchem nicht bewusst. Siedler leben in Samaria, nicht Nähe Gaza- Streifen, wo die Hamas- Bestien zuschlugen. Schande über die Erstveröffentlichungen- Täter.

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  4. Hoffentlich werden die Bücher mit den falschen Fakten bald aus dem Verkehr gezogen.

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  5. Seit wann sind die Kibuzzine in Israel Siedlungen? Wer ist jetzt wo eingefallen? Meine Güte, diese Verdrehung der Wahrheit und das zur Vorbereitung aufs Abitur.
    „Der Verlag reagierte umgehend auf die Vorwürfe, zeigte sich reumütig und entschuldigte sich. Dieser Inhalt hätte nicht veröffentlich werden dürfen.“ Ein Verlag muss vor Veröffentlichung wissen, WAS es veröffentlicht. Es ist wie bei allen anderen Verdrehungen über Israel:
    The damage is done!

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