Abbas würdigt Drahtzieher des Münchener Attentats

RAMALLAH / DAMASKUS (inn) - Der Anschlag von 1972 auf die israelische Olympiamannschaft in München war ein Tiefpunkt der Sportgeschichte. Nun ist der Drahtzieher der Geiselnahme mit zwölf Todesopfern, Muhammad Daud Udeh, in Syrien gestorben. Der palästinensische Präsident Mahmud Abbas würdigte ihn als "herausragenden Führer der Fatah".

Bis zu seinem Tod am vergangenen Samstag hat der Palästinenser keine Reue über die Planung des Anschlags gezeigt. Vertreter der Fatah lobten seinen Einsatz für den palästinensischen Widerstand. Die palästinensische Tageszeitung „Al-Hajjat al-Dschadida“ schrieb am Sonntag laut der israelischen Organisation „Palestinian Media Watch“ (PMW): „Präsident Mahmud Abbas hat gestern ein Beileidstelegramm zum Tod des großen Kämpfers Muhammad Daud Udeh, ‚Abu Daud‘, abgeschickt, der kurz vor der Vollendung seines 70. Lebensjahres starb.“

Aus dem Telegramm des Fatah-Vorsitzenden zitiert das Blatt, das als Sprachrohr der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA) gilt, folgende Sätze: „Der Verstorbene war einer der herausragenden Führer der Fatah-Bewegung. Er führte ein Leben, das gefüllt war mit Kampf, hingebungsvoller Anstrengung und dem ungeheuren Opfer des Verstorbenen um des legitimen Problems seines Volkes willen, und das in vielen Bereichen. Er war auf jedem Schlachtfeld in vorderster Front, mit dem Ziel, die Revolution zu verteidigen. Welch wunderbarer Bruder, Weggefährte, zäher, hartnäckiger, unerbittlicher Kämpfer.“ Den Angehörigen bekundete Abbas zudem in einem Telefonat sein Beileid.

„Sein Name leuchtete hell in München“

Der Fernsehsender der PA dokumentierte Abu Dauds Beisetzung im Flüchtlingslager „Al-Jarmuk“ bei Damaskus. In der Sendung bezeichnete Samir al-Refai vom Revolutionsrat der Fatah den Verstorbenen als „einen der Märtyrer“ der Bewegung. Der Sekretär der Fatah in Syrien, Abu Amad Hamdan, merkte an: „Wir haben von ihm die Grundsätze von Revolution und Kampf gelernt.“

Am Dienstag schrieb die Zeitung „Al-Hajjat al-Dschadida“ über Abu Daud: „Sein Name leuchtete 1972 hell in der deutschen Stadt München, wo die Olympischen Spiele stattfanden. (…) Möge Allah Gnade haben gegenüber diesem großen Fatah-Kämpfer und Patrioten, Abu Daud.“ Abbas Saki vom Fatah-Zentralkomitee wurde mit den Worten zitiert: „Er begann sein Leben als gewöhnlicher Mensch und beendete es mit einer Riesengestalt. (…) Er verbrachte sein Leben als Kämpfer für die Befreiung seiner Heimat und für die Rückkehr ihrer zerstreuten Kinder.“

Am 4. September 1972 hatten palästinensische Terroristen der Splittergruppe „Schwarzer September“ das Olympische Dorf in München überfallen. Sie nahmen zehn israelische Athleten und einen Trainer als Geiseln. Bei einem Befreiungsversuch am übernächsten Tag kurz nach Mitternacht wurden die elf Israelis und ein deutscher Polizist erschossen. Trotz des Massakers setzte das Internationale Olympische Komitee (IOC) die Spiele fort. Die israelische Delegation flog vorzeitig nach Hause.

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