Abbas ruft dreitägige Trauer aus – Rache-Forderungen nach Blutbad

GAZA (inn) - Nach dem tödlichen Zwischenfall bei einer Gedenkfeier für Jasser Arafat hat Palästinenserchef Mahmud Abbas drei Tage der Trauer angeordnet. Bei der Veranstaltung in Gaza waren am Montag sieben Fatah-Anhänger durch Schüsse von Hamas-Polizisten ums Leben gekommen. Die Hamas beschuldigt "bewaffnete Fatah-Leute", das Feuer auf die Sicherheitskräfte eröffnet zu haben. Aus der Fatah heißt es hingegen, niemand sei bewaffnet gewesen.

Am Montagabend wurde einer der Toten, der 18-jährige Ajjub Abu Samra, beigesetzt. Dabei kam es zu Auseinandersetzungen zwischen der Polizei und Trauernden. Sechs Palästinenser wurden verletzt. Die restlichen sechs Opfer sollen am heutigen Dienstag bestattet werden. Es handelt sich um Kamil Sijara (19), Tarik Nadschar (29), Ahmad Kdaih (17), Ibrahim Ahmad (14), Hussam al-Awadi (27) und Muhammad al-Masri (67). Das berichtet die palästinensische Nachrichtenagentur „Ma´an“.

Außerdem wurden am Montag bei der Gedenkfeier mindestens 55 Menschen verletzt. Von ihnen befanden sich am Dienstagmorgen noch 14 im Krankenhaus. Bei vier von ihnen waren chirurgische Eingriffe nötig, vier weitere werden auf der Intensivstation behandelt.

Fatah-Führer fordern Rache

Als Reaktion auf den Vorfall riefen Fatah-Führer im Westjordanland Abbas zur Vergeltung auf. Zu ihnen gehört Mohammed Dahlan, der frühere Sicherheitschef im Gazastreifen. Er war im Juni bei der Machtübernahme durch die Hamas überwältigt worden. „Einen Sieg über jene Mörder wird es sehr bald geben durch solche Versammlungen und Kundgebungen, wie wir sie heute gesehen haben“, sagte er gegenüber dem palästinensischen Fernsehen. Er fügte hinzu, das „Blut der Märtyrer“ dürfe nicht vergessen werden. An der Gedenkveranstaltung für den vor drei Jahren verstorbenen Palästinenserführer hatten mehr als 250.000 Fatah-Anhänger teilgenommen.

Die Hamas-Sicherheitskräfte nahmen infolge der Versammlung zahlreiche Mitglieder der Fatah fest. Ein Sprecher sagte, er habe etwa 50 Palästinenser in Gewahrsam genommen. Ein Fatah-Vertreter sprach von 400 Festnahmen. Zudem seien viele weitere Menschen aufgefordert worden, zum Verhör in ein Polizeirevier zu kommen.

Am Dienstag wurden viele Läden und Schulen im Gazastreifen bestreikt.

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