Abbas: Nur Siedlungen boykottieren

JOHANNESBURG (inn) – Der palästinensische Präsident Mahmud Abbas hat sich in Südafrika gegen einen allgemeinen Israel-Boykott ausgesprochen. Nur Waren aus Siedlungen sollten boykottiert werden, sagte er – und erzürnte damit die Internationale Boykottbewegung.
Die Boykottbewegung BDS ist mit Abbas' Standpunkt nicht einverstanden.

Foto: unknown

Die Boykottbewegung BDS ist mit Abbas’ Standpunkt nicht einverstanden.

„Nein, wir unterstützen nicht den Boykott Israels“, sagte Abbas Anfang der vergangenen Woche vor Journalisten, als er anlässlich der Trauerfeier für Präsident Nelson Mandela in Südafrika weilte. „Aber wir fordern jeden auf, die Produkte der Siedlungen zu boykottieren. Weil die Siedlungen in unseren Gebieten sind. Das ist illegal.“
Die Israelis sollten „zuerst aufhören, in unseren Gebieten zu bauen“, ergänzte Abbas laut der Onlinezeitung „Times of Israel“, die sich auf die südafrikanische Tageszeitung „The Star“ beruft. „Sie sollten alles in unseren Gebieten einstellen. Aber wir fordern niemanden dazu auf, Israel an sich zu boykottieren. Wir haben Beziehungen mit Israel, wir haben eine gegenseitige Anerkennung mit Israel.“

„Abbas hat keinen Kontakt zum palästinensischen Volk“

Der Mitbegründer der Bewegung „Boykott, Desinvestition und Sanktion“ (BDS), Omar Barghuti, kritisierte die Äußerungen gegenüber dem Internetportal „Electronic Intifada“. Sie stünden im Gegensatz „zum nationalen palästinensischen Konsens, der die BDS-Bewegung gegen Israel seit 2005 stark unterstützt hat“.
Barghuti fügte an: „Ein palästinensischer Vertreter, der kein demokratisches Mandat oder eine wirkliche öffentliche Unterstützung hat, kann deshalb nicht behaupten, er spreche im Namen des palästinensischen Volkes, wenn es darum geht, über unsere Strategien des Widerstandes gegen Israels Regime der Besatzung, Kolonialisierung und Apartheid zu entscheiden.“
„Ein palästinensischer Vertreter, der sich heute explizit gegen einen Israel-Boykott ausspricht – vor allem in einem Land wie Südafrika, wo die regierende Partei, führende Handelsunionen und andere Gruppen der Zivilgesellschaft die BDS freundlich unterstützt haben –, zeigt nur, wie weit er von den Bestrebungen seines eigenen Volkes nach Freiheit, Gerechtigkeit und Gleichheit entfernt ist, und wie vergesslich er gegenüber unserem Kampf für ihre unveräußerlichen Rechte ist.“
Die internationale BDS-Bewegung setzt sich für einen Boykott aller Produkte aus ganz Israel ein.

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