Abbas in Berlin – Merkel fordert Freilassung Gilad Schalits

BERLIN (inn) – Bundeskanzlerin Angela Merkel hat von den Palästinensern die unverzügliche Freilassung des verschleppten israelischen Soldaten Gilad Schalit verlangt. Merkel traf am Freitag den Vorsitzenden der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA), Mahmud Abbas, in Berlin.

Wenn Schalit freigelassen werde, könne ein Prozess des Gefangenenaustauschs und der Vertrauensbildung zwischen Israel und den Palästinensern in Gang gesetzt werden, sagte Merkel nach einem eineinhalbstündigen Treffen mit Abbas.

Der Palästinenser stimmte zu, dass der Fall Schalit so rasch wie möglich gelöst werden müsse. Er verwies darauf, dass mehr als 10.000 Palästinenser in israelischer Haft säßen. “Wir fordern die Freiheit für die palästinensischen Gefangenen”, betonte Abbas.

Der 20-jährige Schalit war Ende Juni 2006 auf israelischem Gebiet von militanten Palästinensern verschleppt worden. Mehrere Befreiungsversuche blieben bislang erfolglos.

Merkel drängte die palästinensische Führung zudem dazu, dafür zu sorgen, dass der illegale Waffenschmuggel sowie der Abschuss von Kassam-Raketen auf Israel gestoppt werde.

Die Kanzlerin und amtierende EU-Ratsvorsitzende betonte nach dem Treffen, Ziel des Nahost-Friedensprozesses bleibe eine Zwei-Staaten-Lösung. So könnten Israel und die Palästinenser Hoffnung friedlich und sicher nebeneinander leben. Von einer künftigen Einheitsregierung aus Abbas´ Fatah und der radikal-islamischen Hamas erwarte Berlin unverändert die Anerkennung des Existenzrechts Israels, einen Gewaltverzicht sowie die Akzeptanz der früheren Abmachungen zwischen Israel und den Palästinensern.

Abbas verlangte die Aufhebung des “ungerechten Boykotts” gegenüber den Palästinensergebieten. “Seit acht oder neun Monaten leidet unser Volk”, sagte der Palästinenserchef.

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