Abbas: “Ich wünschte, Arafat hätte seinen Sieg noch erlebt”

GAZA (inn) – Der Vorsitzende der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA), Mahmud Abbas, bedauert, dass sein Vorgänger Jasser Arafat den israelischen Rückzug aus Gaza nicht mehr erleben konnte. Bei einer Grundsteinlegung im nördlichen Gazastreifen bezeichnete er den Abzug am Mittwoch als Frucht von Arafats jahrelangem Kampf.

“Wir sehen erstmals, wie die Israelis die Siedlungen zerstören, und das beweist, dass Trauer nicht ewig währen kann und die Morgenröte aufgehen muss”, sagte Abbas. “Siehe, die palästinensische Morgenröte ist über dem Gazastreifen aufgegangen, der Fortsetzung der Rückzüge und einem Ende der verfluchten Siedlungen entgegen.” Er fügte hinzu: “Ich wünschte mir, dass der Rais Arafat unter uns wäre, um die Frucht seines Kampfes zu ernten, der über 40 Jahre gedauert hat.”

Er hoffe, dass das erste Kapitel dieses Kampfes endgültig vorüber sei, so Abbas. “All das Töten, Zerstören, Bombardieren, Blutvergießen – ich hoffe, dass all dies beendet ist, dass unser Volk vor einem neuen Kapitel steht, in dem es ein normales Leben führen wird wie alle Völker.”

Den Palästinensern versprach Abbas laut der Tageszeitung “Jediot Aharonot” erneut: “Unsere Hauptstadt wird Jerusalem sein, und in unserem Staat wird es keine Siedlungen geben. Unser Ziel ist es, zu einer gerechten und abgestimmten Lösung für die Flüchtlingsfrage zu kommen.”

Doch der PA-Vorsitzende warnte die Palästinenser auch davor, sich eigenmächtig Boden in den geräumten Siedlungen anzueignen: “Die Autonomiebehörde wird ‘jedem die Hand abschneiden’, der vorhat, sich des Landes in den Siedlungen zu bemächtigen, die Israel räumt.” Denn das Land gehöre dem palästinensischen Volk. Israel habe in den Siedlungen Hotels, eine Universität und zivile Fundamente zurückgelassen, “und wir müssen sie bewahren und sie zugunsten der Allgemeinheit nutzen. Es darf keine persönliche Nutzung des Besitzes geben”. Wenn jemand versuche, Dokumente zu fälschen oder behaupte, das Land in den Siedlungen ihm gehöre, müsse er juristische Beweise erbringen.

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