Abbas gegen Hamas-Raketen – “Israel ist zionistischer Feind”

GAZA (inn) – Der PLO-Vorsitzende Mahmud Abbas hat sich erneut gegen das Abfeuern von Raketen auf israelische Ziele ausgesprochen. Gleichzeitig versprach er den radikalen Palästinenser-Gruppen jedoch, nicht mit Waffengewalt gegen sie vorzugehen.

Bei einem Besuch im Flüchtlingslager Dschabalija im nördlichen Gazastreifen sprach sich Abbas am Sonntag ausdrücklich gegen das Abfeuern von Kassam-Raketen aus. Sie seien “nutzlos” und verursachten eine “sehr schwere israelische Eskalation”.

Die radikal-islamische Hamas und andere Gruppen reagierten empört und forderten Abbas dazu auf, sich “offiziell bei unserem Volk und ihren Widerstandszellen zu entschuldigen”. Die Hamas betonte, sie schütze die Palästinenser “vor israelischer Aggression”. In einer Stellungnahme hieß es weiter: “Die Raketen des Widerstandes werden weiter fliegen und ein quälender Albtraum sein für die Zionisten, bis der letzte Besatzer unser Land verlässt.”

Trotz dieser Proteste wiederholte Abbas, der der aussichtsreichste Kandidat für die Wahlen zum neuen Vorsitzenden der Palästinensische Autonomiebehörde (PA) am Sonntag ist, seinen Appell, die Raketenangriffe auf israelische Ziele einzustellen. “Ich werde mich nicht entschuldigen”, so Abbas gemäß einem Bericht der “Jerusalem Post”, “das Feuern der Raketen ist ein Fehler.”

Um die Radikalen jedoch zu besänftigen, fügte er bei seinem Besuch in Gaza hinzu, er werde niemals Waffen gegen die bewaffneten Gruppen erheben. Bei einer Wahlkampfveranstaltung in Gaza sagte Abbas, er wolle in die Fußstapfen von Jasser Arafat treten.

Abbas lehnte es zudem ab, die israelische Terminologie zu übernehmen und die bewaffneten Widerständler als Terroristen zu bezeichnen: “Sie sind Freiheitskämpfer und haben das Recht auf ein würdevolles und sicheres Leben”. Er fügte hinzu: “Palästinenser werden nicht die Waffen aufeinander richten.” Gleichwohl wolle er seine Ziele “durch Dialog und Diskussion” erreichen, so Abbas.

Er versicherte, niemals ein Friedensabkommen mit Israel zu unterzeichnen, bevor es nicht alle palästinensischen Gefängnisinsassen freilasse. Hasan Jusef, ein oberer Hamas-Anführera in Ramallah, sagte, seine Bewegung werde die Angriffe nicht einstellen, so lange Israel sich nicht auf die Grenzen von vor 1967 zurückziehe und alle Gefangenen freilasse: “Wenn die israelische Besatzung endet, werden alle Häftlinge freigelassen, das palästinensische Volk bekommt seine Rechte, und der Widerstand wird aufhören.” Jusef selbst war im vergangenen Monat aus einem israelischen Gefängnis freigelassen worden.

Am Dienstag bezeichnete Abbas Israel als “den zionistischen Feind”. Bei einer Kundgebung in Chan Junis im südlichen Gazastreifen sagte Abbas anlässlich des Todes von sieben Palästinensern vor Tausenden Zuhörern: “Wir sind zu Euch gekommen, während wir für die Seelen der Märtyrer beten, die heute durch Geschosse des zionistischen Feindes in Beit Lahija getötet wurden.”

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