Abbas bietet Dialog an

PARIS (inn) - Der palästinensische Präsident Mahmud Abbas hat Israel am Freitag "Gespräche ohne Verhandlungen" angeboten. Im Gegenzug soll Israel palästinensische Gefangene freilassen und den Import von Waffen für die Sicherheitskräfte im Westjordanland genehmigen.

Für die Aufnahme direkter Verhandlungen halte er nach wie vor an seiner Forderung nach einem umfassenden Siedlungsbaustopp fest, erklärte Abbas nach einem Treffen mit dem französischen Präsidenten François Hollande in Paris. Dies sei keine Vorbedingung, sondern eine Verpflichtung für Israel, die in mehreren internationalen Abkommen festgehalten wurde. Der Ball sei nun in Benjamin Netanjahus Händen, so Abbas. Sobald der israelische Premier einem Baustopp zugestimmt und die Grenzen für die beiden Staaten anerkannt habe, könnten direkte Verhandlungen beginnen und die verbleibenden Fragen geklärt werden.

Ein israelischer Regierungsvertreter hatte daraufhin laut der Tageszeitung "Jerusalem Post" betont, Netanjahu sei zur sofortigen Wiederaufnahme von Verhandlungen bereit. Im Rahmen dieser Gespräche könnten alle Themen, die Israelis und Palästinenser trennten, auf den Tisch gebracht werden. Wenn die Palästinenser nicht zu Gesprächen auf hoher Ebene bereit seien, erkläre sich Israel mit einem Dialog auf Arbeitsebene einverstanden.

Mit Blick auf die neuen Bedingungen der Palästinenser erklärte der Vertreter, ihm sei nicht bewusst, dass es einen Mangel an Waffen beim palästinensischen Sicherheitspersonal im Westjordanland gebe. Er wies darauf hin, dass Israel als vertrauensbildende Maßnahme erst vor rund zwei Wochen die sterblichen Überreste von 91 Terroristen an die Palästinensische Autonomiebehörde (PA) übergeben hatte. "Ich hoffe, die Palästinenser schätzen diese Geste und reagieren entsprechend."

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