Palästinenser wegen Spielzeuggewehr erschossen

HEBRON (inn) - Israelische Soldaten haben am Dienstag in Hebron einen 16-jährigen Palästinenser erschossen, der ein Spielzeuggewehr trug. Die Waffe sei aus der Ferne nicht von einer echten zu unterscheiden gewesen, hieß es aus der Armee.

Die israelische Einheit eröffnete das Feuer auf zwei Palästinenser, die bewaffnet zu sein schienen. Anschließend stellten sie fest, dass die Jungen Spielzeuggewehre dabei hatten, die M16-Gewehren sehr ähnlich seien. Bei dem Toten handelt es sich um Mohammed al-Sahafi. Er wurde mindestens viermal am Oberkörper getroffen, wie die Tageszeitung „Ha´aretz“ berichtet.

Militärvertreter teilten mit, der Vorfall werde untersucht. Sie wiesen die palästinensische Darstellung zurück, nach der Hunde die Leiche malträtiert hätten. In der Gegend seien zum fraglichen Zeitpunkt keine Einheiten mit Hunden eingesetzt worden. Die Soldaten seien bei Sahafi geblieben, bis ein Krankenwagen des Roten Halbmondes eingetroffen sei.

Das Büro des israelischen Armeesprechers verbreitete in der vergangenen Nacht Fotos, auf denen ein Spielzeuggewehr über einer echten Waffe zu sehen ist. Dabei wurde auf die Ähnlichkeit hingewiesen. Die Spielzeuggewehre hätten Zielfernrohre gehabt, die authentisch aussahen.

(Bild: oben Sahafis Spielzeugwaffe, darunter ein M16-Gewehr; Quelle: Israelische Verteidigungsstreitkräfte)

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