Polizei: Genug Beweise gegen Katsav

JERUSALEM (inn) – Die Ermittlungen gegen Israels Staatspräsident Moshe Katzav wegen sexueller Belästigung sind bald abgeschlossen, teilten Beamte des Justizministeriums am Dienstagabend mit. Die Polizei glaubt, dass es genug Beweise gegen den Präsidenten gebe, um gegen ihn Anklage zu erheben.

Wie die Tageszeitung „Jerusalem Post“ berichtet, könnte Katzav wegen sexueller Belästigung, unanständiger Übergriffe und Ausnutzung seiner Autorität, um sexuelle Beziehungen zu führen, angeklagt werden.

Ein Team von Ermittlern, das sich mit dem Fall Katzav beschäftigt, traf sich mit Generalstaatsanwalt Menachem Masus und legte die bisher gesammelten Beweise vor. Masus und Staatsanwalt Eran Schendar wiesen das Team an, die Ermittlungen so bald wie möglich abzuschließen. Die Polizei gab noch nicht bekannt, ob Katzav weiteren Befragungen unterzogen wird.

Aus Sicherheitskreisen hieß es, dass es „nach der derzeitigen Situation keine andere Wahl geben wird, als den Präsidenten wegen Verdachts auf Sexualdelikte anzuklagen“.

Zu der Behauptung Katzavs, dass sich eine „Verbrecherbande“ gegen ihn verschworen habe, um ihn abzusetzen, erwiderte Masus in einem Interview mit dem israelischen Fernsehsender „Channel 10“: „Es ist ein gebräuchliches Argument, das Verdächtigte anbringen, dass sich jemand gegen sie verschworen hat. Aber ich denke nicht, dass es hier der Fall ist. Katzav hat eine lange Reihe von Frauen, die gegen ihn klagten, und deshalb ist die Wahrscheinlichkeit gering, dass er zu einem Verleumdungsopfer gemacht wurde.“

Zion Amir, Katzavs Anwalt, wies gegenüber der „Jerusalem Post“ darauf hin, dass Generalstaatsanwalt Masus noch nicht alle Beweise gesehen habe. Es sei besser, er würde nichts sagen, was von der Öffentlichkeit missinterpretiert werden könne. Amir sagte zudem, Katzav stehe zu seiner Behauptung, dass er ein Verleumdungsopfer geworden sei.

Israels Staatpräsident steht unter Verdacht, an sieben Frauen Sexualdelikte verübt zu haben.

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