Gilad Schalit bald frei? Israel dementiert Berichte über Abkommen

JERUSALEM / KAIRO (inn) – Israel dementiert Medienberichte, nach denen der entführte israelische Soldat Gilad Schalit bald freikommen könnte. In den vergangenen Tagen hatten israelische Vertreter jedoch Gespräche mit dem ägyptischen Geheimdienst geführt.

„Es gibt kein Abkommen“, stellte der israelische Kabinettssekretär Israel Maimon am Montagmorgen im israelischen Rundfunk klar. Er empfahl, mit diesen Behauptungen vorsichtiger umzugehen. Gegenteilige Berichte seien falsch, und sie machten die Situation nur noch schwieriger.

Besonders arabische Zeitungen hatten berichtet, der entführte Soldat könne demnächst freikommen, wenn Israel mehrere hundert arabische Häftlinge freilässt. Auch die „Jerusalem Post“ hatte am Sonntag von einem möglicherweise bevorstehenden Austausch gesprochen.
Demnach liege es nur noch an Israel, darüber zu entscheiden, welche Gefangenen freikommen. Die Zeitung bezog sich dabei auf hochrangige Vertreter der Verteidigung.

Vergangene Woche waren mehrere israelische Vertreter nach Kairo gereist und hatten unter anderem den ägyptischen Geheimdienstchef Omar Suleiman getroffen. Es gebe „Fortschritte“, hieß es anschließend, auch wenn Schalit kaum in den nächsten Tagen freikäme.

Es gebe zwei Verbindungen zur Geisel: Muhammad Ibrahim von der Zentrale des ägyptischen Geheimdienstes in Gaza habe direkten Kontakt zu den Entführern. Er und andere Mitarbeiter des Geheimdienstes sprachen am Sonntag in Tel Aviv mit israelischen Vertretern.

Der zweite Kanal basiert auf Suleiman. Der Ägypter stehe in Kontakt mit Hamas-Führer Chaled Mascha´al in Damaskus und mit dem palästinensischen Premierminister Ismail Hanijeh. Nach israelischen Angaben ist Mascha´al der „Schlüssel“ zur Befreiung Schalits,
der vermutlich von der Hamas im Gazastreifen festgehalten wird.

Gerüchten zufolge will Israel zum „Zeichen des guten Willens“ zu Beginn des Fastenmonats Ramadan etwa 800 Häftlinge sowie die festgehaltenen Hamas-Politiker freilassen. Dies solle jedoch nichts mit einer möglichen Freilassung Schalits zu tun haben.

Gilad Schalit wurde am 25. Juni im Gazastreifen entführt.

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