„Amnesty International“ wirft Hisbollah Kriegsverbrechen vor

LONDON (inn) – „Amnesty International“ (ai) hat der Hisbollah Kriegsverbrechen gegen Israel vorgeworfen. Die Menschenrechtsorganisation verurteilte das „absichtliche Zielen“ auf israelische Zivilisten im jüngsten Libanon-Krieg.

Der ai-Bericht, der am Donnerstag in London veröffentlicht wurde, spricht von beinahe 4.000 Raketen, die von der Terrorgruppe auf Nordisrael abgefeuert wurden. Dabei starben 43 Zivilisten, darunter sieben Kinder, und 33 weitere Zivilpersonen wurden schwer verwundet. Außerdem sahen sich Hunderttausende Israelis gezwungen, in Bunkern Zuflucht zu suchen oder zu fliehen, so die Menschenrechtsgruppe. Etwa ein Viertel der Raketen wurde direkt auf städtische Gebiete abgeschossen.

Zuvor hatte die Hisbollah argumentiert, ihre Raketenangriffe seien eine Vergeltung für israelische Angriffe auf libanesische Zivilisten. Dadurch habe sie den israelischen Beschuss stoppen wollen. Doch ai wies darauf hin, dass das internationale Gesetz Angriffe auf Zivilisten und Vergeltungsschläge verbietet.

„Die Skala der Hisbollah-Angriffe auf israelische Großstädte, Städte und Ortschaften, die wahllose Natur der verwendeten Waffen und Aussagen von der Führung, die ihre Absicht bestätigten, auf Zivilisten zu zielen, verdeutlichen nur allzu gut, das die Hisbollah die Kriegsgesetze verletzt hat“, kommentierte ai-Generalsekretärin Irene Khan den Bericht. „Dass Israel auch schwere Verletzungen begangen hat, rechtfertigt in keiner Weise Verletzungen durch die Hisbollah. Zivilisten dürfen auf keiner Seite den Preis für ein ungesetzliches Verhalten bezahlen.“

Bereits am 22. August hatte ai einen Bericht veröffentlicht, in dem die Menschenrechtsgruppe Israel ebenfalls der Kriegsverbrechen beschuldigte. Dies stieß bei Israelis und bei jüdischen Gruppen im Ausland auf heftige Kritik. Israel erinnerte daran, dass sich die Hisbollah-Kämpfer oft in der Nähe von Zivilisten verschanzt und von dort aus das Feuer eröffnet hätten. Nun verfochten die Kritiker die Ansicht, ai hätte abwarten und beide Berichte gleichzeitig publizieren müssen. Das meldet die Tageszeitung „Ha´aretz“.

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