Olmert und Abbas wollen sich treffen

JERUSALEM / RAMALLAH (inn) – Israels Premier Ehud Olmert ist nach eigenen Angaben zu einem Treffen mit Palästinenserchef Mahmud Abbas bereit. Auch der Vorsitzende der Autonomiebehörde sagte am Sonntag, ein Gespräch könne jederzeit stattfinden.

Abbas hatte sich in Ramallah mit dem britischen Premierminister Tony Blair getroffen. Anschließend sprach er von einer palästinensischen „Bereitschaft, ernsthaft volle Verhandlungen aufzunehmen“. Blair sprach sich für eine neue Konzentration auf die „Roadmap“ aus: „In den vergangenen Monaten hat sich die Situation rückwärts bewegt, nicht vorwärts.“ Jetzt gebe es ein „Fenster der Gelegenheit, auch wenn es sehr düster aussieht“.

Der britische Premier begrüßte auch Abbas‘ Bestrebungen, mit der Hamas eine Regierung der nationalen Einheit zu bilden. Dieser sagte, seine Fatah-Partei sei ernsthaft daran interessiert, damit die palästinensische Regierung wieder internationale Unterstützung erhalte.

Allerdings bekräftigte ein Hamas-Vertreter am Sonntag die Weigerung der Terrorgruppe, die Bedingungen des Nahost-Quartettes aus UNO, USA, EU und Russland anzuerkennen. Dieses fordert eine Anerkennung Israels und der früheren israelisch-palästinensischen Abkommen sowie ein Ende der Gewalt. Die Hamas sei bereit, mit der Fatah eine gemeinsame Regierung zu formen, aber „nicht nach Standards, die diktiert werden“.

Während seines Aufenthaltes in den Palästinensergebieten traf Blair keinen Repräsentanten der Terrorgruppe, die derzeit mit absoluter Mehrheit regiert. Dies berichtet die Tageszeitung „Ha´aretz“.

Blair trifft Olmert

Bereits am Samstag hatte der britische Premier mit Olmert gesprochen. Anschließend drückte dieser seine Bereitschaft zu einem Treffen mit Abbas aus, auch wenn es im Fall des entführten Soldaten Gilad Schalit noch keine Fortschritte gebe. „Die Bedingung für jegliches Vorankommen wird Schalits Freilassung sein, und Abbas weiß das sehr gut.“ Blair befürwortete die israelische Bereitschaft zum Dialog mit dem Fatah-Politiker, obwohl die Hamas Parlament und Regierung kontrolliert. Es sei wichtig, den Verhandlungsprozess wieder in Gang zu bringen. „Die Stabilität des Nahen Ostens hat Auswirkungen auf Großbritannien.“ Selbstverständlich sei es wichtig, dass der Soldat wieder freikomme.

In der sonntäglichen Kabinettssitzung sagte Olmert: „Es ist Zeit, die diplomatischen Verhandlungen mit den Palästinensern zu erneuern, um einen neuen Horizont zu schaffen – nicht nur mit den Palästinensern, sondern mit allen Staaten in der Region.“

Treffen mit Angehörigen

Blair traf sich am Sonntag auch mit der Familie Schalit und den Angehörigen der von der Hisbollah entführten Soldaten Eldad Regev und Ehud Goldwasser. Er bot ihnen seine Unterstützung für die Befreiung an. Die Mutter Miki Goldwasser forderte ihn auf, sie nach Beirut mitzunehmen – dort wollte er anschließend mit Premier Fuad Saniora zusammenkommen. „Ich sagte, ich bin bereit, nach Beirut zu gehen und mit Herrn Saniora zu sprechen“, erzählte sie hinterher. „Mein Ziel ist es, jeden möglichen Kanal zu bekommen. Ich bin bereit, mit jedem zu sprechen und als Mutter um die Freilassung meines Sohnes zu bitten.“

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