Fatah gewinnt an Beliebtheit

RAMALLAH (inn) – Wenn jetzt palästinensische Parlamentswahlen wären, würde die oppositionelle Fatah-Partei gewinnen. In einer Umfrage sprach sich außerdem die große Mehrheit der Teilnehmer für die Bildung einer nationalen Einheitsregierung aus Fatah und Hamas aus.

Von den Befragten unterstützen etwa 37 Prozent vorgezogene Neuwahlen, während dies rund 35 Prozent ablehnen. Dass solche Wahlen helfen können, die gegenwärtige Krise zu überwinden, meinen 52 Prozent. 39 Prozent vertreten die gegenteilige Ansicht. Wenn es Wahlen zum Palästinensischen Legislativrat (PLC) gäbe, würde die Fatah 35 Prozent der Stimmen erhalten, die Hamas hingegen nur 19 Prozent. Sie hatte im Januar die absolute Mehrheit erreicht.

Für vorgezogene Präsidentschaftswahlen plädieren 56 Prozent der Teilnehmer, und 31 Prozent sind dagegen. Einen Fatah-Kandidaten würden hier ebenfalls 35 Prozent wählen, einen Vertreter der radikal-islamischen Hamas 17 Prozent. Der derzeitige Vorsitzende der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA), Mahmud Abbas, gehört der Fatah an. Er wurde im Januar 2005 gewählt.

Die Palästinenser wurden auch gefragt, wie die finanzielle und politische Krise überbrückt werden könne. Hier nannten 31 Prozent die Auflösung und Neubildung der Regierung. Weitere 24 Prozent neigen dazu, die Situation beizubehalten und auf einen Durchbruch zu warten. Vorgezogene PLC- und Präsidentschaftswahlen halten 20 Prozent für das geeignete Mittel. Zudem sind 17 Prozent dafür, die PA aufzulösen.

Eine Einheitsregierung befürworten 85 Prozent der Befragten. Nur 11 Prozent lehnen ein solches Bündnis aus Hamas und Fatah ab. Dabei sind 63 Prozent der Meinung, dadurch könne die Krise gelöst werden. Knapp 30 Prozent können sich das nicht vorstellen.

Mehrheit für bewaffneten Widerstand

Die Teilnehmer wurden auch nach ihrer Ansicht zum bewaffneten Kampf gegen Israel befragt. Auf israelischem Gebiet unterstützen dies 60 Prozent, während 33 Prozent dagegen sind. Im Gazastreifen und dem Westjordanland befürworten 62 Prozent Anschläge auf Israelis, 31 Prozent lehnen sie ab. Für Raketenangriffe aus dem Gazastreifen sprachen sich 53 Prozent aus, und 43 Prozent finden sie schlecht.

Dabei denken 37, dass solche Raketenangriffe palästinensischen Interessen dienen. Weitere 37 Prozent halten sie für schädlich und 22 Prozent für nutzlos. Als die am besten geeignete Form des Widerstandes sehen 36 Prozent den bewaffneten Kampf. 29 Prozent würden zu Verhandlungen zurückkehren. Außerdem bevorzugen 16 Prozent den „diplomatischen Kampf“ und 10 Prozent den „gewaltlosen Kampf“.

Bezüglich der allgemeinen palästinensischen Lage sind 32 Prozent der Teilnehmer optimistisch und 66 Prozent pessimistisch.

Das Meinungsforschungsinstitut der An-Nadschah-Universität in Nablus hatte vom 7. bis 9. September Palästinenser im Gazastreifen und im Westjordanland befragt.

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