GENF (inn) – Der libanesische Kulturminister, Tarek Mitri, hat bei einer Tagung des Zentralausschusses des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK) in Genf das Gremium gelobt. Den Besuch einer Delegation des ÖRK im Libanon bezeichnete er als „ein Gechenk von Gott“.
„Der Besuch von Freunden in einer belagerten Stadt ist nicht nur ein Ausdruck von Sympathie und Solidarität, sondern wie ein Geschenk von Gott“, so Mitri. Gleichzeitig kritisierte der Minister Israel vor dem Zentralausschuss des ÖRK massiv.
Er warf dem jüdischen Staat vor, während der kämpferischen Auseinandersetzungen mit der Hisbollah Kriegsverbrechen begangen zu haben. Israel müsse den Libanon entschädigen. „Die Israelis haben nie zwischen militärischen und zivilen Zielen unterschieden“, so Mitri. Durch den bewussten Angriff von Zivilisten sei klar das humanitäre Völkerrecht gebrochen worden.
Mitri forderte die Vertreter der mehr als 340 ÖRK-Mitgliedskirchen auf, Druck auf ihre Regierungen auszuüben, um den Friedensprozess im Nahen Osten wiederbeleben zu können. Er wies zudem darauf hin, dass bisher noch kein offizieller Waffenstillstand vereinbart sei. Es gebe lediglich die Aussetzung der Kampfhandlungen.
Laut einem Bericht auf der Internetseite der Evangelischen Kirche Deutschland (EKD) will sich der ÖRK für einen Friedensprozess im Nahen Osten aktiver einsetzen. Der Generalsekretär des Gremiums, Samuel Kobia, schlug vor, ein „ökumenisches Forum für Palästina/Israel“ zu bilden.
Kobia sagte vor dem Zentralausschuss des ÖRK in Genf, dass es nicht genüge, „die militärischen Aktionen der Hisbollah zu verurteilen, ohne in der Beziehung des Libanon mit Israel und anderen Ländern in der Region tiefer zu schürfen“. Auch das Problem der „grundlegenden Unsicherheit in Israel“ müsse behandelt werden.
„Gewalt im Libanon und Nord-Israel und anhaltende Gewalt im Zusammenhang mit der Besatzung des Gazastreifens, des Westjordanlands und Ost-Jerusalems durch Israel sowie auch des Irak durch Militärkräfte unter US-Kommando haben Zerstörung und Leid immensen Ausmaßes hervorgebracht“, sagte Koiba weiter. Vor allem müsse geklärt werden, wie und wann die internationale Gemeinschaft die „israelische Besatzung“ arabischen Landes in Übereinstimmung mit den UN-Resolutionen und dem Völkerrecht beenden wolle.