KAIRO (inn) – Ägyptische Moslemführer haben das Töten von Juden in ihrem Land als „terroristischen Akt“ verboten. Damit reagierten sie auf ein früheres religiöses Rechtsgutachten (Fatwa), das es gestattet hatte, israelische Juden in Kriegszeiten zu töten.
Die erste Fatwa stammte von Scheich Safwat al-Hidschasi. Der ägyptische Imam legte vor kurzer Zeit fest, dass während eines Krieges Juden aus Israel an jedem Ort getötet werden dürften. Darauf reagierte nun die Kairoer Al-Ashar-Universität, eine der angesehensten islamischen Einrichtungen der Welt. Laut ihrer neuen Fatwa ist es in Ägypten nicht erlaubt, Juden zu töten. Dies meldet die unabhängige palästinensische Nachrichtenagentur „Ma´an“ am Mittwoch.
Der Mufti von Ägypten, Scheich Ali Goma´a, fügte hinzu, Israelis mit einem Visum dürften nicht angegriffen werden. Denn mit der Erteilung des Visums hätten die ägyptischen Behörden dem Inhaber der Aufenthaltsgenehmigung gleichzeitig Schutz garantiert. Das gelte selbst, wenn er aus einem Land stamme, mit dem sich Ägypten in einem Kriegszustand befinde.