Weiteres Reuters-Bild manipuliert

LONDON (inn) – Die größte internationale Nachrichtenagentur Reuters mit Sitz in London hat ein zweites gefälschtes Bild aus dem Libanon in Umlauf gesetzt. Die Zusammenarbeit mit dem Fotografen war bereits am Sonntag beendet worden.

Auf dem Bild ist ein israelisches Kampfflugzeug mit drei Raketen zu sehen. Internetsurfer stellten die Vermutung auf, dass zwei von ihnen mit einem Graphikcomputerprogramm künstlich hinzugefügt worden seien. Die Rauchschwaden der drei Geschosse seien sehr ähnlich. Diese Vermutung wurde von Reuters am Montag bestätigt. Die Agentur forderte ihre Abonnenten auf, dieses Foto und alle 920 Bilder des Fotografen Adnan Hajj nicht mehr zu veröffentlichen. Der Libanese war als freier Mitarbeiter für Reuters tätig.

„Es gibt keinen schlimmeren Verstoß von Fotografen gegen Reuters-Standards als die absichtliche Manipulation eines Bildes“, sagte Foto-Chef Tom Szlukovenyi laut dem Nachrichtensender „n-tv“. „Reuters hat null Toleranz für jegliches Herumdoktern an einem Bild und erinnert seine Fotografen, sowohl die fest angestellten als auch die freien Mitarbeiter, ständig an diese strikte und nicht zu ändernde Politik.“ Allerdings habe Reuters bei weiteren untersuchten Bildern von Hajj keine unerlaubten Veränderungen entdecken können.

In einer Mitteilung an die Foto-Kunden bat Reuters um Entschuldigung für den Vorfall. Als Konsequenz seien die Editier-Regeln und -Verfahren für Fotos des Nahost-Konflikts verschärft worden.

Bereits am Sonntag hatte die Nachrichtenagentur zugegeben, dass ein Foto des Libanesen manipuliert war. Es zeigte zerstörte Hochhäuser in Beirut. Eine schwarze Rauchwolke war mit einer Bildbearbeitungssoftware vergrößert worden. Das Bild war am Samstag auf vielen Nachrichtenseiten im Internet veröffentlicht worden.

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