Israelische Kommandoaktion bei Tyrus

TYRUS (inn) – Eine israelische Kommandoeinheit hat am Samstag nahe der libanesischen Hafenstadt Tyrus sieben bewaffnete Hisbollah-Kämpfer getötet. Acht Soldaten wurden bei Schusswechseln verletzt, zwei von ihnen schwer.

Ein Hubschrauber hatte die Israelis in einen Zitrushain gebracht. Dort gerieten sie unter Beschuss durch die Hisbollah und erwiderten das Feuer. Nach Angaben einer Armeesprecherin war die Aktion gegen Guerillas gerichtet, von denen angenommen wird, dass sie für einen Raketenabschuss auf die israelische Stadt Hadera vom Freitag verantwortlich sind. Diese befindet sich 75 Kilometer von der Grenze zum Libanon entfernt in der Nähe der Küste – bisher war keine Hisbollah-Rakete so weit im Süden Israels gelandet.

Nördlich der Grenze wurde ein Soldat am frühen Morgen durch eine Panzerabwehrrakete tödlich getroffen. Am Freitag waren im südlichen Libanon ein Offizier und zwei Soldaten ums Leben gekommen.

Weitere Luftangriffe im Libanon

Bei einem israelischen Luftangriff auf ein Kühlhaus nahe der libanesisch-syrischen Grenze starben am Freitagnachmittag mindestens 33 Menschen, hieß es aus syrischen Krankenhäusern. Mindestens 20 weitere Personen wurden verwundet. Etwa 150 Menschen befanden sich zu diesem Zeitpunkt an dem Ort. Die Luftwaffe hatte nach eigenen Angaben zwei Warenhäuser bombardiert, in denen sie Lager für aus Syrien geschmuggelte Waffen vermutete. Dies berichtet die Tageszeitung „Jediot Aharonot“.

Ein libanesischer Soldat und ein Zivilist wurden bei einem Angriff auf ein Militärfahrzeug getötet. Zuvor hatte die libanesische Armee Flakfeuer gegen israelische Flugzeuge eingesetzt. Des Weiteren hieß es, 57 Menschen seien unter den Trümmern von Wohnhäusern verschüttet, die Israel im Südlibanon zerstört habe. Ein Armeesprecher verneinte jedoch, dass es in der Region Angriffe auf Häuser gegeben habe.

Am frühen Samstagmorgen bombardierte die israelische Luftwaffe zahlreiche Ziele im Süden der Hauptstadt Beirut. Darunter waren ein Hisbollah-Stützpunkt, Büros, ein Hauptquartier und eine Waffenfabrik. Berichte über Verletzte gab es nicht. Außerdem zerstörten Kampfflugzeuge eine Straße, die von Hermel im Osten zur syrischen Stadt Homs führte. Die Bewohner der Küstenstadt Sidon wurden aufgefordert, wegen bevorstehender Angriffe ihre Häuser zu verlassen.

220 Abschussrampen zerstört

Die Bodentruppen nahmen am Freitag sechs weitere Hisbollah-Kämpfer gefangen. Nach Angaben eines Kommandeurs weiß die Armee von mindestens 230 getöteten Mitgliedern der vom Iran unterstützten Terrorvereinigung. Seit dem 12. Juli wurden 220 Abschussrampen für Langstreckenraketen zerstört.

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