BEIRUT (inn) – Hunderte Ausländer versuchen derzeit, den Libanon in Richtung Syrien oder nach Zypern zu verlassen. Die Bundesregierung hilft etwa 200 Deutschen bei der Ausreise.
Die genaue Anzahl deutscher Staatsbürger im Libanon sei nicht bestimmbar, hieß es aus dem Auswärtigen Amt in Berlin. Vor dem Beginn der israelischen Angriffe auf das Land waren es rund 1.100. Etwa die Hälfte davon hatte eine doppelte Staatsangehörigkeit.
Seit Freitag habe Deutschland drei Konvois organisiert, mit denen Deutsche nach Syrien gebracht worden seien. Für die kommenden Tage seien weitere Konvois geplant.
Die USA haben am Sonntag mit zwei Hubschraubern die ersten 21 Amerikaner von der US-Botschaft in Beirut nach Zypern gebracht. Ein spezielles Team der US-Armee ist derweil im Libanon gelandet, um die Evakuierung der restlichen Amerikaner zu planen. Die amerikanische Botschaft schätzt die Zahl der Amerikaner im Libanon auf 25.000. Das US-Außenministerium rät den Betroffenen, sich so lange an einem Ort aufzuhalten, bis ihre Ausreise gesichert ist. Den Versuch, über die Straßen nach Syrien zu gelangen, bezeichnete das Außenministerium in Washington als „eher gefährlich“. Vor dem Beginn der Militäroffensive Israels hatte die Botschaft 8.000 Amerikaner registriert, die im Libanon leben oder dort auf Reise sind.
Transportflugzeuge der italienischen Armee brachten Italiener, Spanier, Österreicher, Tschechen und andere Ausländer aus dem Libanon heraus, teilte das zyprische Außenministerium mit.
Ein griechischer Charterflug brachte 140 Passagiere heraus. Ein italienisches Schiff soll 400 Menschen am Montag außer Landes bringen. Griechenland vermutet 2.500 Landsleute im Libanon.
Frankreich geht davon aus, dass sich 20.000 Franzosen im Libanon befinden. Es charterte eine griechische Fähre, um zunächst 1.200 Franzosen und andere Europäer aus dem Libanon zu bringen. Frankreich hat zudem angekündigt, ein Transport-Schiff mit 12.000 Tonnen Traglast nach Zypern zu entsenden. Darauf sollen sich vier Hubschrauber befinden.
Ein britischer Flugzeugträger und ein anderes Kriegsschiff sind ebenfalls abgeordert, um Menschen aus dem Gebiet zu holen. Derzeit befinden sich schätzungsweise etwa 20.000 Briten im Libanon, einschließlich Touristen und Geschäftsreisende.
Schweden, Polen und Rumänien haben Busfahrten nach Syrien organisiert. Neuseeland hat angekündigt, 30 Landsleute aus dem Libanon zu holen.