Herzog: Ungarn fördert konstruktive Beziehungen mit EU

Staatspräsident Herzog lobt Ungarn für den Kampf gegen Antisemitismus. Zudem würdigt er die jüdische Gemeinschaft in dem Land als wichtiges Bindeglied zwischen den Ländern.
Von Israelnetz
Treffen vor urbaner Kulisse: der ungarische Präsident Baka (l.) und sein israelischer Amtskollege Herzog

BUDAPEST (inn) – Der israelische Präsident Jizchak Herzog hat am Dienstag Ungarn besucht. Dabei traf er unter anderen seinen Amtskollegen András Baka (parteilos) und Regierungschef Péter Magyar (Tisza). Beide Politiker lud Herzog bei der Gelegenheit nach Israel ein.

Herzog beglückwünschte Baka zu seiner Wahl und zu seinem Amtsantritt im August. Er sei dankbar für Ungarns Haltung im Kampf gegen Antisemitismus und gegen Versuche, den Staat Israel zu entrechten. Ungarn habe „eine wichtige Rolle bei der Förderung ausgewogener und konstruktiver Beziehungen zwischen Israel und der Europäischen Union gespielt“.

Weiter erklärte Herzog, in ihrem Gespräch hätten die beiden Politiker vereinbart, weiter Judenhass in all seinen Formen zu bekämpfen. Baka betonte seinerseits, Ungarn verfolge eine Null-Toleranz-Politik mit Blick auf Antisemitismus. „Wir stehen für diese Prinzipien auch in internationalen Gremien ein.“

Mit Magyar besprach Herzog eine Reihe von Themen wie die Stärkung der Zusammenarbeit und die Herausforderungen in Nahost und Europa. Es sei wichtig, die gemeinsamen Werte der beiden Völker zu schützen. Auf das Gespräch folgte ein Arbeitsessen mit Mitgliedern der ungarischen Regierung.

Einladung mit Fragezeichen

Magyar hatte am 9. Mai sein Amt angetreten. Unmittelbar nach seinem Wahlsieg im April betonte er, er wolle die „besonderen Beziehungen“ zu Israel aufrechterhalten. Zudem lud er den israelischen Regierungschef Benjamin Netanjahu (Likud) nach Ungarn ein.

Allerdings müsste Ungarn Netanjahu bei einem Besuch festnehmen. Grund dafür ist ein Haftbefehl des Internationalen Strafgerichtshofs. Magyars Amtsvorgänger Viktor Orbán (Fidesz) hatte zwar den Ausstieg seines Landes aus dem Rom-Statut angekündigt. Nach dem Wahlsieg Magyars stimmte das Parlament Ende Mai aber für den Verbleib.

Ein Besuch Netanjahus war für das Gedenken zum 70. Jahrestag des Ungarischen Volksaufstands am kommenden Freitag angedacht. Dazu kommt es offenbar nicht. Zuletzt war Netanjahu im April 2025 auf Einladung Orbans in Ungarn.

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Initiative für Zusammenhalt

Herzog traf neben den Politikern auch Vertreter der jüdischen Gemeinschaft im Land. Der Präsident würdigte diese als Bindeglied in den Beziehungen der beiden Länder. Nach Angaben des Jüdischen Weltkongresses hat Ungarn rund 9,5 Millionen Einwohner. Die rund 47.200 Juden im Land bilden die größte Gemeinschaft in Osteuropa.

In Budapest beging Herzog zudem den Abschluss der ersten Mandatszeit seiner Initiative „Stimme des Volkes“. Diese hatte er im April 2023 ins Leben gerufen, um Juden in aller Welt zu verbinden und deren Anliegen zu erfassen. Im September 2024 erfolgte der offizielle Start.

Hauptgremium der Initiative ist der weltweite Führungsrat. Er besteht aus 150 Mitgliedern – 50 aus Israel, 50 aus Nordamerika und 50 aus dem Rest der Welt. Die Mitglieder treffen sich mehrmals im Jahr, zudem findet in Israel eine Jahreskonferenz statt.

Die erste Mandatszeit des Rats endete nun nach zwei Jahren. Derzeit können sich Interessierte für den zweiten Rat bewerben. (df)

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