JERUSALEM (inn) – Die sterblichen Überreste des seit 1982 verschollenen israelischen Soldaten Jehuda Katz sind am Dienstag nach Israel überführt worden. Er sei bei einem gemeinsamen Spezialeinsatz mit dem Auslandsgeheimdienst Mossad gefunden worden, gab die Armee auf X bekannt. Zum genauen Fundort machte sie indes keine Angaben.
Eine forensische Untersuchung konnte Katz’ Identität inzwischen bestätigen. Vor der öffentlichen Bekanntgabe informierten die Behörden zunächst die Angehörigen. Seine Eltern, Sarah und Joseph Katz, konnten diesen Tag jedoch nicht mehr erleben, da sie nach Angaben der israelischen Zeitung „Yediot Aharanot“ bereits verstorben sind.
Armeechef Ejal Samir bezeichnete Katz‘ Rückführung als „bedeutsamen Moment“. Nach 44 Jahren sei die Schlacht von Sultan Jakub nun beendet, sagte er weiter. Zudem betonte Samir: „Wir werden keinen unserer Leute zurücklassen“.
Premier Benjamin Netanjahu (Likud) dankte den an der Operation beteiligten Behörden für ihre „entschlossene und mutige Arbeit“. Präsident Jizchak Herzog kondolierte Jehuda Katz‘ Schwester Prichja und der ganzen Familie. Er sprach von der „heiligen Pflicht, unsere Söhne nach Hause zu bringen und niemanden zurückzulassen“.
Die Schlacht von Sultan Jakub
Jehuda Katz kämpfte während des Ersten Libanonkrieges in der Schlacht bei Sultan Jakub. Bei dem Gefecht stand die israelische Armee syrischen Truppen gegenüber und erlitt schwere Verluste. In der Nacht auf den 11. Juni 1982 fielen 22 Soldaten, zwei kamen in Gefangenschaft und vier galten als vermisst. Außerdem gelang es den Syrern, vier israelische Panzer zu erbeuten.
Die beiden Kriegsgefangenen kamen bei einem Austausch wieder frei, auch wurden die Überreste eines vermissten Soldaten schnell gefunden. Sacharia Baumel, Zvi Feldman und Jehuda Katz hingegen galten lange Jahre als verschollen.
Erst 2019 kam wieder Bewegung in den Fall. Im April hatte Russland erklärt, Baumels Leichnam gefunden zu haben. Er wurde von der russischen Armee in Syrien geborgen und in Moskau an Israel übergeben. Sechs Jahre später fanden die Armee und der Mossad in einer Geheimoperation die Überreste von Zvi Feldman. Nun ist mit Katz auch der letzte der drei wieder in Israel. (mw)