KIEL (inn) – Die israelische Marine hat Ende Juli in Kiel ihr bislang größtes U-Boot in Empfang genommen: Die Übergabe der „INS Drakon“ (Drache) erfolgte am 22. Juli bei einer vorher nicht angekündigten Zeremonie, wie das Fachmagazin „Marine Forum“ berichtete. Die „Drakon“ ist zugleich das größte in Deutschland gebaute U-Boot seit dem Zweiten Weltkrieg.
Bereits Ende November 2024 hatte die israelische Marine das neue U-Boot getauft. Die Übergabe sollte schon vor einem Jahr erfolgen, es kam jedoch zu Verzögerungen. Am Dienstag wurde das U-Boot noch bei Testfahrten in der Kieler Förde gesichtet. Die Überführung in den Heimathafen Haifa soll bald erfolgen.
Die „Drakon“ gehört der zweiten Generation der Dolphin-Klasse an. Die israelische Marine hat mit ihr nun insgesamt sechs U-Boote, die alle dieser Klasse angehören. Wie ihre Schwestern wurde die „Drakon“ nach israelischen Vorgaben entwickelt und in Deutschland vom Spezialisten ThyssenKrupp Marine Systems (TKMS) gebaut.
Auffällige Besonderheiten
Experten fielen die im Vergleich zu den Schwesterbooten besonderen Merkmale auf. So ist die „Drakon“ mit 73 Meter das längste Exemplar. Sie weist außerdem einen größeren Turm auf. Laut Spekulationen könnte dies auf eine vertikale Startanlage für Flugkörper hindeuten. Denkbar seien auch Mehrzweckschächte, etwa für Aufklärungssysteme.
Wenn die Mutmaßungen stimmen, erweitert das neue U-Boot die Fähigkeiten der Marine erheblich. Offizielle Bestätigungen zu den Spezifikationen liegen nicht vor. Das israelische Verteidigungsministerium sprach lediglich von einem „einzigartigen System“ mit „bahnbrechenden Technologien“.
Neue Generation im Bau
Die Beobachtungen führen außerdem zur Vermutung, dass die „Drakon“ ein Boot mit Brückentechnologie zur neuen Klasse „Dakar“ darstellt. Das Verteidigungsministerium hat 2022 bereits drei Boote dieser neuen Generation bestellt. Deren Bau soll ebenfalls in Deutschland durch TKMS erfolgen. Sie sollen zu Beginn des kommenden Jahrzehnts die ersten drei Dolphin-Boote ersetzen, die 1999 und 2000 in Dienst gestellt wurden.
Wie es bereits bei den anderen U-Booten der Fall war, finanziert Deutschland einen Teil der Kosten. Laut Medienberichten belaufen sich diese auf 550 Millionen Euro, Deutschland übernimmt davon 135 Millionen, also etwa ein Viertel. (df)
2 Kommentare
Israel bekommt U-Boote der Dolphin-Klasse aus deutscher Herstellung. Deutschland, ein wahrer Freund.
Ahoi, Kameraden, volle Kraft voraus ! Wie man in Hamburg sagt „Hummel, Hummel, Mors, Mors (Ja, ich weiss , das ist nicht astrein, aber lustig).